Indukti - Idmen - Cover
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Indukti Idmen


  • Label: Inside Out/SPV
  • Laufzeit: 63 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Indukti werfen uns einen sehr komplexen Brocken Musik vor die Ohren. Weder das wiederholte Kauen noch das Schlucken kleinerer Stückchen garantiert eine leichtere Verdauung. Dafür wird man mit einer einzigartigen Geschmacksentfaltung belohnt und zum weiteren Konsum verlockt. Wer jetzt denkt die Musik von Indukti ist ein weiterer Progressive Rock/Metal Dream Theater Abklatsch irrt gewaltig. Es handelt sich um eine Band die das Wort innovativ wirklich verdient. Sie sind immer unkonventionell, originell, verkopft und komplex. Eine undefinierbare Mischung aus sehr vielen Stilen, die besonders dank der Violinistin ihre eigene Note bekommt.

Musik: Auf ihrem zweiten Silberling „Idmen“ gehen die Polen den eingeschlagenen Weg weiter und verfeinern ihren Stil, indem sie noch mehr Gewürze in ihre Kompositionen schütten und alles kräftig umrühren. Das musikalische Können der Bandmitglieder steht außer Frage. Allein die vielen genialen Schlagzeugparts beweisen dies eindrucksvoll. Indukti klingen nicht nach Tool und doch haben ihre Kompositionen etwas Tool-artiges. Wahrscheinlich sind es diese undefinierbaren Strukturen der Kompositionen voller Dynamik, Intensität und einer gewissen Düsterkeit und Kälte. Der erste Track „Sansara“ beginnt da wo das letzte Album aufgehört hat. „Aemaet“ mit seiner düsteren Stimmung und einem Horrorfilm-Anfang möchte man nicht unbedingt allein im Dunkeln hören. Ansonsten gibt es jede Menge neuer Einflüsse, sei es das kurze Tribal-artige Intermezzo namens „Sunken Bell”, ein zum Ende sehr folkloristisches „...And Who’s The God Now?!“ mit Eingeborenen eines Stamms, die einen Gottestanz aufführen, oder das mit viel Trompete ausgestattete „Ninth Wave“, das sich deutlich vom bisherigen Schaffen von Indukti abhebt. (Übrigens: Trompeten scheinen voll im Trend zu sein. Es ist nicht das erste Rockalbum in letzter Zeit, das mit diesem Instrument ausgestattet wird.)

Gesang: Diesmal ist Mariusz Duda von Riverside nicht dabei, aber dafür gibt es drei andere Gastsänger, die sich den fertigen Kompositionen anpassen durften. In „Tusan Homichi Tuvota“ hören wir den ersten Gastsänger Nils Frykdahl (Sleepytime Gorilla Museum), der mit seinem Gesang und Gestöhne eine Angst einflößende Atmosphäre erschafft. Auf jeden Fall gewöhnungsbedürftig. Maciej Taff aus der polnischen Band Rootwater darf „...And Who’s The God Now?!” seinen Stempel aufdrücken. Sein Gesang passt ausgezeichnet, denn er folgt der Musik und trägt zu einer gewissen Eingängigkeit des Stücks bei. Gastsänger Michael Luginbuehl (Prisma) hat wohl diese gewisse Tool-Atmosphäre gespürt und singt in „Nemesis Voices“ als ob er Maynard James Keenan selbst wäre.

Inspiration: Neben den vielen musikalischen Inspirationen, schöpfen Indukti ihre Ideen aus Büchern, Filmen und anderen Kunstformen. „Tusan Homichi Tuvota“ ist zum Beispiel ein Buch mit dem englischen Titel „Field Mouse Goes To War“. „Sansara“ oder auch Samsara ist ein Begriff der östlichen Religionen (Hinduismus, Buddhismus) und bezeichnet den Zyklus des Seins, also den Kreislauf der Wiedergeburten, der nur durch Erkenntnis und die Aufgabe aller Begierden verlassen werden kann. „Aemaet“ wiederum ist ein Wort aus dem Hebräischen und bedeutet Wahrheit und wird auch als der Inbegriff von Gott verwendet. Der Titel Idmen kommt aus dem lateinischen und bedeutet wir wissen.

Fazit: Idmen ist abwechslungsreicher geworden als sein Vorgänger S.U.S.A.R. Eine Platte, die kompliziert und nur schwer zu erschließen ist aber allen musikalisch offenen Menschen sehr gefallen sollte.

Anspieltipps:

  • Sansara
  • ...And Who’s The God Now?!
  • Ninth Wave

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