Pete Yorn - Back & Fourth - Cover
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Pete Yorn Back & Fourth


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Drei Jahre sind ins Land gezogen, seit Pete Yorn und sein drittes Album „Nightcrawler“ für einen echten Geheimtipp sorgte. In Deutschland noch nicht allzu bekannt, ist sein Stellenwert in der amerikanischen Heimat ungleich höher, was Tourneen mit Coldplay und R.E.M. verdeutlichen, die Beiträge für diverse Film-Soundtracks (u.a. „Spider-Man“) nur folgerichtig erscheinen lassen und zahlenmäßig über eine Million verkaufter Alben zu verbuchen sind. Nach dem großen Erfolg von Singer/Songwriter-Pop sollten jedoch auch hier die verhaltenen Reaktionen aufgebrochen werden können. Obwohl die Grundrichtung glatter und radio-kompatibler als noch auf „Nightcrawler“ ist, findet man den Indie-Guru Mike Mogis (Bright Eyes, Rilo Kiley, etc.) als Produzenten in den Linernotes. Rick Rubin (Metallica, The Gossip, Linkin´ Park) soll dagegen nur eine „beratende“ Funktion eingenommen haben, was immer das auch sein mag.

Dank Mike Mogis gab es musikalische Unterstützung aus dem Umfeld des Saddle Creek-Labels, wie Pianist Nate Walcott (Bright Eyes, The Faint) und Vokalistin Orenda Fink (Azure Ray). Doch auch diese können nicht verhindern, dass der vierte Longplayer aus der Feder von Pete Yorn in Teilen zu beliebig aus den Boxen plätschert und nur selten richtige Perlen den Weg aus diesen finden. Während „Four Years“ mit dunklen Piano-Arrangements und Orenda Finks Backing-Vocals einen sanft gefangen nimmt und auch das abschließende, ebenso dunkel schwebende „Long Time Nothing New“ für großartige Momente im Spannungsfeld zwischen introvertiertem Folk und Pop mit großer Geste sorgen, sind es die relativ flachen, schnell überhörten Singalongs wie „Close“ und „Last Summer“, die zwar Ohrwürmern gleichen, dabei aber allzu schnell verblassen. Eine sonnige Atmosphäre, die genauso Ohrwurm wie Haltbarkeit beinhaltet, findet sich beruhigenderweise auch. So herzen „Social Development Dance” und „Paradise Cove” mit Wärme und luftig leichter Nachhaltigkeit.

Alles in allem bleibt „Back & Fourth“ ein gutes Album mit herausstechenden, lieblichen Eindrücken, die nicht so schnell verfliegen werden, aber kommt nicht um eine gewisse Trägheit herum, die auf Nummer sicher geht. Schließlich hat Pete Yorn bereits bewiesen, wie sorgfältig er den Grat zwischen markantem Folk und Radio-Pop beschreiten kann, ohne dabei die Spielfreude zu vernachlässigen. Dieser Übertritt scheint nun aber gekommen zu sein. Etwas lieblos wird der Lebensfreude gehuldigt, dabei auf einen Namen gebaut, den sich Pete Yorn in den USA zumindest schon gemacht hat. Vielleicht wurde zu sehr auf die „großen“ Namen Mike Mogis sowie Rick Rubin geschielt und „Back & Fourth“ als Selbstgänger gesehen... Als Hörer hätte man jedenfalls mehr Nachdruck erwarten können oder ein wenig mehr Rock-Anteil, der „Nightcrawler“ besonders gemacht hat. Immer noch über dem Durchschnitt, aber leider auch nicht allzu viel mehr.

Anspieltipps:

  • Paradise Cove
  • Social Development Dance
  • Four Years
  • Long Time Nothing New

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