Arkaea - Years In The Darkness - Cover
Große Ansicht

Arkaea Years In The Darkness


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 57 Minuten
Artikel teilen:
4/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Zuge der verworrenen Streitigkeiten der Gründungsmitglieder von Fear Factory, bezüglich der zukünftigen Besetzung und der Rechte am Bandnamen, hat sich nun eine neue Band formiert, die sich aus Mitgliedern von Fear Factory und Threat Signal zusammensetzt. Während Fear Factory als Veteranen des Industrial Metal gelten, sind Threat Signal eher im Metalcore zuhause. Die Mixtur aus beidem trägt nun den seltsamen Namen Arkaea, bestehend aus Jon Howard (Gesang, Threat Signal), Christian Olde Wolbers (Gitarre, Fear Factory), Pat Kavanagh (Bass, Threat Signal) und Raymond Herrera (Schlagzeug, Fear Factory). Es heißt, die Songs des Quartetts bestehen aus Material von Wolbers und Herrera, welches eigentlich für Fear Factory vorgesehen war, von Sänger Burton C. Bell aber nicht akzeptiert wurde. Nun wurde der Stoff also anderweitig untergebracht. Das Arkaea-Debütalbum „Years In The Darkness“ hat mit „Locust“ eine echte Abrissbirne als Opener. Doch ernüchtert muss man feststellen, dass die Scheibe schon mit dem zweiten Titel anfängt zu nerven.

Klingt der (mehr oder weniger) clean gesungene Refrain von „Locust“ noch etwas fragwürdig, ist jener von „Beneath The Shades Of Grey“ schon kaum mehr erträglich. So gefühllos und irgendwie schief, wie Jon Howard die bemüht melodiösen Refrains daher grölt, ist vor allem eine Tatsache niederschmetternd: Jeder einzelne Song auf dem Album hat einen solchen Refrain. Es stellt sich die Frage, wieso dem Mann keiner gesagt hat, dass er es hauptsächlich beim Shouting belassen sollte. Der Sänger von Bleeding Through hat schließlich auch längst kapiert, dass er kein Howard Jones (Killswitch Engage) ist. Jon Howards Stimme fügt sich in die Threat Signal Songs deutlich besser sein, wohingegen sie mit dem maschinellen Fear Factory Sound nicht so recht harmoniert.

Die instrumentale Abteilung leistet dabei mit präzisen Blastbeats und abgehackten Industrial-Riffs einen recht tadellosen Job, abgesehen davon, dass die verschiedenen Tracks erschreckend gleich strukturiert sind. Das kommt vor, nur sollte man das dann nicht ausreizen, indem man eine Spielzeit von einer geschlagenen Stunde (die European Edition hat noch einen Bonustrack) in Anspruch nimmt. Ein bisschen Abwechslung bieten die kleinen Lichtblicke „Gone Tomorrow“ und „Lucid Dreams“, die ein wenig ruhiger und damit auch stimmungsvoller daherkommen. Schlusslicht „Away From The Sun“ ist dagegen nur eine aufgeblasene Schlaftablette mit verlogenen Akustikgitarren, Streicherklängen, Klavier, Halleffekten und sonstigem Schnickschnack, die das Album in ihrer leisen Sinnlosigkeit abrunden soll. Summa summarum bleibt die dringende Empfehlung, die Mitglieder von Arkaea zu den Bands zurück zu schicken, von denen sie ursprünglich kommen, sofern dort endlich wieder Frieden einkehrt. Denn dort sind sie viel, viel besser aufgehoben. Arkaea ist, vor allem wegen den störenden Vocals, eine Kreuzung, die leider nicht überzeugt.

Anspieltipps:

  • Locust
  • Gone Tomorrow
  • Lucid Dreams

Neue Kritiken im Genre „Industrial-Rock“
7.5/10

The Sheltering Sky
  • 2015    
Diskutiere über „Arkaea“
comments powered by Disqus