the GazettE - Dim - Cover
Große Ansicht

the GazettE Dim


  • Label: CLJ Records/ALIVE
  • Laufzeit: 59 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach „Nil“ und „Stacked rubbish“ wird mit „Dim“ die dritte in Deutschland erhältliche CD von The GazettE veröffentlicht. Der erste Auftritt bei der Animagic in Bonn 2007 vor 4.000 Zuschauern und eine darauf folgende Europatournee haben der Band zudem einen sehr guten Ruf gebracht.

Wie bereits bei den vorangegangenen Alben spielen The GazettE J-Rock, der sich durch Flexibilität in der Wahl der Stilrichtungen auszeichnet. Mit Hakuri wird jedoch erst mal ein Intro geliefert, das auch gut aus einem Soundtrack stammen könnte. Etwas unheimlich anmutende Keyboardklänge werden stimmungsvoll mit traditioneller Rhythmik ergänzt, stellenweise erklingt eine Gitarre. Weiter geht es mit „The Invisible wall“ einem Nachweis, wieso The GazettE mit zu den erfolgreichsten J-Rock-Bands hierzulande gehören. Sehr eingängige und harmonische Melodiebögen werden durch stellenweise dem Metal zuzuordnende Parts unterbrochen, hinzu kommen hier erstmalig Frauenstimmen im Background, die das Ganze abrunden.

Wer genau auf den Text zuhört, wird schnell bei diesem Lied stolpern. The GazettE singen zwar auf Japanisch, einzelne Phrasen oder Sätze werden jedoch auf Englisch gesungen, auch wenn es oft schwerfällt sie als solche wahrzunehmen. Dies ist aber beileibe kein Einzelfall in der J-Rockszene. Nach dem kurzen in Richtung Death Metal gehenden „A moth under the skin“ ist mit „Leech“ eine ihrer erfolgreichen Singleauskopplungen ( Platz 1 in den Oriconcharts, vergleichbar mit den DAC) auf dem Weg in die Gehörgänge. Zu Beginn ähnelt es einer Speed-Metal-Nummer, dann erinnert es an den harten Rock Motörheads, bis eben dieser die Nummer beherrscht. „Nakigahara“ ist eine Ballade mit traditionellen Versatzstücken, die zu Herzen geht. Eine schluchzende Frauenstimme verstärkt den Eindruck, es hier mit einem traurigen Lied zu haben. Zu begrüßen ist in diesem Fall, dass im Booklet die Texte auch auf Englisch übersetzt wurden.

The GazettEs Texte drehen sich thematisch um Verfall, Tod, Trennung und ähnlich morbides. Der oft zu hörende Vorwurf, die Band würde ihre Texte zu positiv/fröhlich darbieten. ist dabei recht leicht zu entkräften, da man beachten sollte, dass europäische Ohren die Musik in ihrer Wirkung durchaus anders aufnehmen als Asiaten.

Erika ist eines von fünf Instrumentalstücken, wobei „Shikyuu“ (dt. Gebärmutter) bei diesen wiederum eine Sonderstellung einnimmt. Selten hat man so unheimliche Klänge wahrgenommen, eine extrem verzerrte Gitarre und ein Keyboard suggerieren hier das Schreien eines Babys das von den Herztönen unterstützt wird. Sehr ungewöhnlich, aber auch wirkungsvoll. Durch die gezielte Setzung der Instrumentals wird die CD in Blöcke geteilt, so dass man im Gegensatz zur „Nil“ einen roten Faden erkennen kann. Mit „Dim scene“ endet dann die Scheibe mit einer Ballade, die allerdings zum Ende hin immer rockiger wird.

Mit „Dim“ dürften The GazettE einen Sprung nach vorne in Deutschland machen. Auch wenn vielen durch die Unkenntnis der Texte die Komplexität dieser verloren geht, dürfte die Wirkung der Musik in den meisten Songs nicht ihr Ziel verfehlen. Musikalisch ist es sicherlich nicht der Stein der Weisen, aber diesen Anspruch wollen sie auch nicht erfüllen

Anspieltipps:

  • Nakigahara
  • shikyuu
  • Distress and Coma
  • In the middle of chaos

Neue Kritiken im Genre „J-Rock“
8/10

Shangri-La
  • 2013    
Diskutiere über „the GazettE“
comments powered by Disqus