Hot Gossip - You Look Faster When You Are Young - Cover
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Hot Gossip You Look Faster When You Are Young


  • Label: Ghost Records/ALIVE
  • Laufzeit: 33 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Indie-Rock made in Italia. Wie hört sich das an, wenn eine Band eigentlich als Hardcore-Gruppe anfängt und dann lange Zeit durch britische Lande tourt? Die Wurzeln sind vergessen und der Retrostil ergreift Besitz von den jungen Seelen. Heraus kommt ein neues Franz Ferdinand, nur dass die Mitglieder der Gruppe auf die klar südländischen Namen Giulio Calvino (Gitarre, Gesang), Luca Fontaneto (Schlagzeug) und Sergio Maggioni (Bass) hören.

Von Beginn an, wird die Richtung klar vorgegeben: Geradliniger, tanzbarer Rock mit erhöhtem Tempo. Dazu Gesang, der irgendwo zwischen Indie und Garage anzusiedeln ist und im Stile der Arctic Monkeys ein wenig dreckig klingt, ohne Klasse vergessen zu lassen. Hot Gossip machen keinen Punk für die Leute in den Straßen, sondern konzentrieren sich auch auf abgedrehte Ballsäle. Bis zur letzten Sekunde lässt „Everybody Else“ einem keine Ruhe und zwingt den Körper zur Bewegung, was nahtlos von „And Again“ fortgeführt wird. Hat der Opener allerdings noch wahres Ohrwurmpotenzial, tut sich das folgende Stück etwas Schwerer. Ein überlanger Schlussteil ohne Entwicklung macht die frische Stimmung ein wenig kaputt.

Die Stärke der drei Italiener sind mehr jene Lieder, welche die Dreiminutenmarke nicht knacken. „At Night“ ist ein wunderbarer Beweis dafür. Zwar lutscht sich auch hier ein Riff selbst die Langlebigkeit aus, jedoch stört dies bei so kurzer Spielzeit nicht ganz so sehr. Das Problem von Hot Gossip ist also die Varietät. Tracks beginnen kraftvoll und viel versprechend, verlieren sich dann aber in der immer gleichen Melodie gegen Ende der Stücke. Es scheint, als gingen ihnen die Ideen aus. Spricht man bei manchen Bands davon, dass sie bis zu drei Lieder in eines stopfen, fehlt hier manchmal genug Material, um eine Nummer voll zu bekommen.

Dieser Eindruck wird auch nicht durch Balladen wie „You Better Know“ wirklich aufgebessert. Es handelt sich zwar um eine Abwechslung, doch auch hier fehlt der Ideenreichtum. Vergeblich sucht man nach einem Track, der sich diesen viel zu eingängigen Fesseln entledigt, und auch wenn stets Hoffnung aufkeimt, bleibt es letzten Endes bei der Enttäuschung. Um das Tanzbein zu schwingen und der letzten Jahrzehnte dabei zu gedenken ist „You Look Faster When you Are Young“ zwar alles andere als verkehrt. Letzten Endes entpuppt sich das neue Output der Südländer jedoch als äußerst kurzweilig (und damit ist nicht nur die Spieldauer gemeint).

Anspieltipps:

  • Everybody Else
  • Father
  • You Better Know

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