Eureka - Shackleton´s Voyage - Cover
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Eureka Shackleton´s Voyage


  • Label: InsideOut/SPV
  • Laufzeit: 51 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Hinter dem Namen Eureka verbirgt sich Frank Bossert, ein Multiinstrumentalist aus Hamburg. Auf seinem vierten Werk hat er die Vertonung einer Expedition des berühmten Polarforschers Ernest Henry Shackelton in Angriff genommen. Man sollte sich mit der Geschichte vertraut machen um der Musik besser folgen zu können. Das Album beginnt mit einem Erzähler, der uns in Kürze in die Geschichte einführt. Die Expedition startete 1914 kurz vor dem Ausbruch des ersten Weltkrieges in Großbritannien. Auf dem Schiff namens Endurance befanden sich 27 Mann Besatzung, darunter ein blinder Passagier. Das Ziel war die Umrundung der Antarktis, ein bis dahin unbekanntes Terrain. Mit „Departure“ und „The Challenge“ beginnt die musikalische Reise, die eine Aufbruchsstimmung und die Lust der Besatzung auf ein Abenteuer vermittelt. In „The Challenge“ und später in „Going Home“ erleben wir einen Gastauftritt von Billy Sherwood, ehemaliges Yes-Mitglied, der den Gesang übernimmt. Danach wird wieder rein instrumental vor allem mit Synthesizereinsatz eine Spannung erzeugt, die die gefährliche Reise inmitten der Eisschollen wiedergibt. Bei „Heading South“ kriegt Bossert dazu Unterstützung von Yogi Lang, dem Sänger und Meister der Tasten bei RPWL.

Als die Abenteurer das Weddell-Meer erreichten, wurden sie vom Packeis eingeschlossen („Icebound“). Sie mussten auf den antarktischen Frühling warten um vom Eis befreit zu werden. Die Zeit wurde anscheinend mit Partys auf dem Boot verbracht („Plenty Of Time“), denn wir hören Dudelsäcke und fühlen uns an keltische Musik erinnert. Doch die Feier war nicht von Dauer, die Endurance wurde im Oktober 1915 vom Druck des Eises zermalmt und die Besatzung machte sich zu Fuß im Eis Richtung Heimat auf („Going Home“). Die Eisscholle konnte jedoch nicht verlassen werden, so dass die letzte Chance darin Bestand mit den Rettungsbooten der Endurance die Insel Elephant Island anzusteuern. „Into The Lifeboats“ dokumentiert diese schwierige Überfahrt und ist dabei musikalisch vielfältig und interessant. „Elephant Island“ hingegen beschreibt wohl die kleine, öde und unbewohnte Insel.

Die Männer schafften es die Insel zu erreichen, doch würde Sie niemand dort vermuten geschweige denn finden. Also machte sich Shackelton mit fünf Mann auf die Reise zum 700 Seemeilen entfernten Südgeorgien um Hilfe zu holen. Seine Reise wird durch das rockigste Stück des Albums präsentiert („In Search Of Relief“). Die Besatzung bleibt voller Sorge zurück, was mit der traurigen, bedrückten Frauenstimme von Kalema in „Will You Ever Return?“ schön umgesetzt wird. In Südgeorgien angelangt charterte Shackelton ein Boot und machte sich auf die Reise zurück um seine Männer zu retten („The Rescue“), was ihm auch gelang. So wird man zum Helden…

Die Musik ist überwiegend instrumental, lebt von der erzeugten Stimmung und Spannung. Bossert kreiert ein Werk mit vielen Synthesizerflächen, die den Geist der Musik von Yes atmet. Deutlich zu hören sind Einflüsse keltischer Musik und der Musik von Mike Oldfield. Sie könnte als Soundtrack zum Film dienen und spricht daher vor allem Hörer ruhiger und sphärischer Musik an. Der Gesang macht die Geschichte lebhafter und interessanter, insofern ist es schade, dass nur drei Liedern eine Stimme geschenkt wird. Außerdem hätten fließende Übergänge zwischen den Liedern der Geschichte mehr Zusammenhalt verliehen. So wirkt die Geschichte ein wenig sprunghaft und nur auf Etappen verkürzt. Trotz dessen ist es ein interessantes Album.

Anspieltipps:

  • The Challenge
  • Heading South
  • Into The Lifeboats
  • Will You Ever Return?
  • In Search Of Relief

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