The 39 Clocks - Pain It Dark - Cover
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The 39 Clocks Pain It Dark


  • Label: Bureau Bureeau/INDIGO
  • Laufzeit: 45 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

The 39 Clocks. Wer? Es ist nicht allzu kurios, hat man noch nie etwas von dieser Band gehört. Aber es ist eine gewaltige und zu füllende Wissenslücke! Das Duo aus dem Raum Hannover gibt es schon lange nicht mehr. Zwischen 1979 und 1983 nahmen die Niedersachsen insgesamt drei Alben auf, und nun fast 30 Jahre später erscheint das 1981er Debütalbum „Pain It Dark“ erstmals auf CD.

Christian Henjes und Jürgen Gleue sind die Namen hinter den Clocks und waren für alle Kenner der Band die Speerspitze im audialen Kampf gegen die unsägliche NDW-Armee. Während Markus Spaß haben wollte und Nena ihren 99 Luftballons hinterher fiepte, nuschelten die 39 Clocks in ihre Mikros und konterten mit provokantem, dunklen und übersteuerten Echo-Loop-Ein-Riff-Sound. Ihr emotional runtergekühlter, beinahe emotionslose Gesang, die verschroben-schrammelnden Gitarren sowie die psychedelischen Rhythmen brau(t)en ein Stooges/Velevet Underground-Gemisch in den Boxen, dass aufgrund seiner damaligen begrenzten Aufnahme- und Produziermethoden viele aktuellen und auf LoFi getrimmten, ultracoolen Nachahmer wie blutige Anfänger anhören lässt.

Die 39 Clocks klingen auch fast ein halbes Lebensalter nach ihrem Schaffensbeginn unglaublich innovativ und ungekünstelt. Das ist ein eisiger, minimal instrumentierter aber durchaus auch melodiöser musikalischer Output, der in der heutigen Jamba-Ära für einen tiefen, melancholischen Seufzer sorgt. Irgendwann verschwand die Band ganz von der Ohrfläche, aber sie hatten wenigstens in den USA, England und Japan (natürlich nicht in Deutschland) ihre akustischen Spuren hinterlassen. Dieses CD-Reissue wartet obendrein mit einem nie zuvor veröffentlichten Bonustrack („I Love A Girl“) auf und im Begleittext des 12-seitigen Booklets erinnert sich Alfred Hilsberg, illustriert von vielen Foto-Raritäten, an die Band, die später auf seinem Label „What’s so funny about...“ ihre Musik herausbrachte.

Die 39 Clocks sind zwar nicht so berühmt wie die weltberühmte Stadionrockband aus ihrer Heimatgegend, haben aber mindestens genauso viel Einfluss auf nachfolgende Musikergenerationen genommen. Gruppen wie die bekennenden 39-Clocks-Jünger Crystal Stilts oder auch die Störgeräuschchampions der Wavves haben sich hier durchaus eine oder auch mehrere schräge Scheiben abgeschnitten. Für alle Fans wahrer Underground/Punk-Musik ohne Frage ein Muss und alle anderen sollten auch einmal reinhören.

Anspieltipps:

  • Shake The Hippie
  • Test The Beat
  • Psycho Beat
  • A Look Into You

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