Darker My Love - 2 - Cover
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Darker My Love 2


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 46 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Darker My Love aus Los Angeles, mit Namen Tim Presley (Ex-The Nerve Agents), Andy Granelli (Ex-The Distillers), Rob Barbato, Jared Everett sowie Will Canzoneri, orientieren sich an lärmgeschwängerten, melancholischen Shoegaze-Veteranen wie The Jesus & Mary Chain und Ride. Soweit also höchst aktuell und trendorientiert, zumindest wenn man in die Staaten und das britische Königreich schaut. Doch was das vorliegende zweite Album von Darker My Love ausmacht, ist die Mischung aus psychedelischer Shoegaze-Grundlage und einer sonnigen Prise 60´s/70´s-Pop. Genau diese Mixtur verleiht Darker My Love das besondere Etwas, lässt die meisten der aktuellen Shoegaze-Vertreter hinter sich und fährt einen Sog auf, der einen zwingend mitreißt.

Kernige Gitarren röhren beim Opener „Northern Soul“, lassen die Verstärker jaulen und bieten bestes Garage Rock-Feeling, wie es einst Black Rebel Motorcycle Club boten. Dazu gesellt sich hinter den Gitarrenwänden ein ebenso wuchtiges Schlagzeug, was sich wie der zweistimmige Gesang aus dem Nebel der Gitarren schält und zum finalen Paukenschlag wunderbar in das nochmals dringlichere „Blue Day“ überleitet. Viel Hall auf den Stimmen von Tim und Rob verdeutlicht die psychedelische Komponente der Amerikaner, trägt zur intensiven Atmosphäre bei und wird vom dichten Soundgewebe aus fulminanter Rhythmusgruppe und drängender Gitarren stimmig untergebracht. Ausufernde Soli paaren sich mit verzerrten Riffs und wären nur der halbe Spaß, wenn die Produktion von Dave Cooley (u. a. Silversun Pickups) nicht so mächtig in jeder Sekunde Dringlichkeit beschwören würde.

In der krachigen Gesamtheit von „2“ finden sich viele Melodien, die nicht nur in der Kennenlernphase für Euphorie sorgen werden. Zu den melodischsten Momenten gehört sicherlich das vergleichsweise spartanische „White Composition“, welches am besten die Prise der Marke 70´s im Sound von Darker My Love widerspiegelt. Während „Add One To The Other One“ auch spartanisch im Stile einer Jam-Session beginnt und heißer Wüstensand vor dem inneren Auge erscheint, gesellen sich im Laufe des Songs zu den langgezogenen Gitarren-Akkorden und Orgeltönen auch lärmige Kracheskapaden, die stark beschleunigt schließlich im Stakkato-Bereich den Song beenden und übergangslos bei „Even In Your Lightest Day“ einfädeln. Großartig in allen Belangen kann man da also konstatieren und noch erwähnen, dass es auch ein selbstbetiteltes Debütalbum aus 2006 gibt, welches über Import zu beziehen ist.

Anspieltipps:

  • Blue Day
  • White Composition
  • Add One To The Other One
  • Even In Your Lightest Day

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