Modest Mouse - No One´s First And You´re Next - Cover
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Modest Mouse No One´s First And You´re Next


  • Label: Epic/Sony Music
  • Laufzeit: 33 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Lieder geben so ziemlich alles her, was Modest Mouse bislang ausgezeichnet hat.

Nach etwas mehr als zwei Jahren melden sich Modest Mouse mit einer EP zurück, auf der sich B-Seiten von den Alben „Good News For People Who Love Bad News“ (2004) und „We Were Dead Before The Ship Even Sank“ (2007) befinden. Überraschenderweise orientieren sich die Lieder jedoch eher am Sound früherer Werke aus dem Ende der 90er Jahre. Isaac Brock und seine Band klingen schrammelig und rotzig wie lange nicht mehr und haben für „No One's First and You're Next“ so viel Material zusammen, das die Scheibe bei mehr als einer halben Stunde Laufzeit als echtes Minialbum zu bezeichnen ist.

„Satellite Skin” eröffnet mit typischem Modest Mouse-Gitarrensound heulend und etwas neben der Spur ohne viel Spielereien (anders als auf dem letzten Album), ist aber ein verhältnismäßig schwacher Song. “Guilty Cocker Spaniels” funktioniert auf eine ganz ähnliche Weise, nur eben etwas besser und mit “Autumn Beds” ist der erste gute Track ausgemacht. Herrlich schräg beginnt Isaac Brocks Gesang einen eher ruhigen und (für Modest-Mouse-Verhältnisse) harmonischen Song der Sorte „The Good Times Are Killing Me” (2004), der in den Strophen ein fein platziertes Banjo enthält.

Es folgt der pessimistische Sechsminüter „Whale Song”, den Modest Mouse langsam aufbauen und zu dessen Höhepunkt die Gitarren wieder richtig schön kreischen und heulen dürfen wie zu „The Moon And Antarctica”-Zeiten und der Gesang auf mehreren Spuren verläuft. „Perpetual Motion Machine” verbreitet schunkelnd mit seinen Bläsern lässiges Südstaaten-Flair, während „History Sticks To Your Feet” und der Abschlusstrack „I've Got It All (Most)“ eher wieder den Weg der ersten beiden Songs gehen.

Hervorzuheben ist das Stück „King Rat”, für dessen Video Modest Mouse mit dem letztjährig verstorbenen und hier als Regisseur agierenden Heath Ledger zusammenarbeiteten. Es handelt sich dabei um ein Animationsvideo, in dem Wale auf Schiffen jagt auf im Wasser lebende Menschen machen. Es soll auf den illegalen Walfang an der australischen Küste aufmerksam gemacht werden, das Video wurde von der Produktionsfirma The Masses im Namen Ledgers vervollständigt. Der Song selbst ist mit seiner düsteren Grundstimmung, den Bläsern und im Hintergrund zu hörenden Streichern der wahrscheinlich Stärkste auf der vorliegenden EP.

Es bleibt schwer zu sagen, welche der Songs in welcher Zeit entstanden sind. Die Lieder geben jedoch so ziemlich alles her, was Modest Mouse bislang ausgezeichnet hat, lassen aber die Breitspurigkeit der letzten LP und Popsongs á la „Missed The Boat” aus. Für Fans ist die EP sicherlich ein Pflichtkauf, da die Qualität der Stücke für B-Seiten-Verhältnisse größtenteils außerordentlich gut ist und hiermit sicher eine nette Brücke zum nächsten Album der Band geschlagen werden kann.

Anspieltipps:

  • Autumn Beds
  • Whale Song
  • King Rat

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