Edward Sharpe & The Magnetic Zeros - Up From Below - Cover
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Edward Sharpe & The Magnetic Zeros Up From Below


  • Label: Rough Trade/INDIGO
  • Laufzeit: 58 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Dieses Album macht es einem leicht, es zu lieben und trotz seiner detailversessenen Rückschau in die 60er und 70er Jahre.

Alex Ebert alias Edward Sharpe bildet mit seinen Magnetic Zeros eine vielköpfige Truppe, die geschätzte 12 Mitglieder beheimatet und mit einem umgebauten Schulbus auf Tour unterwegs ist. Dieser schon recht hippieske Ansatz wird im psychedelischen, angenehm unmodernen Artwork fortgesetzt und erfährt seine musikalische Vollendung auf dem Debütalbum „Up From Below“, dessen Veröffentlichungsdatum zufälligerweise (?) auf das 40-jährige Woodstock-Jubiläum fällt. Genau diese Luft atmen die 13 Songs, welche so dermaßen auf den Punkt gespielt sind und hochwertiges Songwriting mit jeder Menge zwingenden Momenten bieten. Dem Sommer der Liebe des Jahres 1969 wird gehuldigt, wo es nur geht und man glaubt nicht selten, es befände sich eine Schallplatte aus eben dieser Zeit auf dem Plattenteller. So authentisch zelebrieren Edward Sharpe & The Magnetic Zeros diesen Sound, für den ein Aufnahmegerät aus dem Jahre 1979 herhielt.

Dieses Album macht es einem leicht, es zu lieben und trotz seiner detailversessenen Rückschau in die 60er und 70er Jahre ist es kein einfacher Aufguss aus diesen Jahrzehnten, sondern aufgrund der immensen Spielfreude und gänzlich unpeinlichen Romantik ein eigenständiges Werk. Nicht Ironie, sondern bedingungslose Echtheit wird dem Hörer präsentiert. Edward Sharpe meint es ernst und lässt zusammen mit seinen Mitstreitern neben dem üblichen Instrumentarium auch Bläser, Piano, Violine, Akkordeon und allerlei anderes erstrahlen. „Home“ ist mit seinem triumphierenden Western-Stil ganz vorn mit dabei, zeigt seine Stärken im Duett-Gesang und bietet einen wundervollen Refrain, dessen Zeile „Home is wherever I´m with you“ man auch noch in Monaten vor sich her summen wird. Selbst die Pfeif-Parts sind stilvoll eingesetzt und lassen keine bösen Gedanken an diverse Fehltritte im Pfeif-Kosmos der Musikwelt aufkommen.

Während „Home“ beste Laune verbreitet und sich wie viele andere, sonnendurchflutete Songs auf „Up From Below“ lange im Kopf festsetzt, treffen auch die getrageneren Elemente ins Schwarze. „Desert Song“ wird seinem Namen gerecht und zeigt einen sehnsüchtigen Edward, dessen Stimme sowieso durchweg ins Mark geht und bei besagtem Track den psychedelisch wabernden, in der Hitze flimmernden Sound mystisch erweitert. Stimmlich wird allerdings auch abseits vom Kopf dieser Formation großes abgeliefert. Das Zusammenspiel der Akteure ist wie die Vielzahl an Querverweisen in jeder Sekunde gebündelt und bietet keinen einzigen Angriffspunkt, so perfekt umgesetzt sind die 13 Perlen. Es brillieren Töne für das eigene Kopfkino und das reicht auf „Up From Below“ vom Western über Roadmovies bis hin zum surrealistischen Asia-Streifen. Musikalisch grob umrissen findet man Country, einen Hauch von Reggae („Brother“), Gypsi-Klänge, jede Menge Folk, Pop und vor allem eine Dringlichkeit, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Anspieltipps:

  • Janglin´
  • Home
  • Desert Song
  • Kisses Over Babylon
  • Brother

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