Hackneyed - Burn After Reaping - Cover
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Hackneyed Burn After Reaping


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Tokio Hotel, Killerpilze, Hackneyed! Diese drei Musikgruppen in einem Atemzug zu nennen, könnte einem vielleicht Ärger einhandeln. Der Mehrheit wird bei dem letzten Namen aber erst mal ein Fragezeichen aufgehen. Des Rätsels Lösung: Genau wie bei den beiden Teenie-Kreisch-Bands handelt es sich bei Hackneyed (zu Deutsch: abgenutzt, banal) um ein erstaunlich junges Band-Phänomen aus deutschen Landen. Der Unterschied: Hackneyed werden nie auf einem BRAVO Hits Sampler landen, sondern produzieren ernstzunehmenden, klassischen Death Metal!

Schon das Erstlingswerk „Death Prevails“ (2008) ließ die Metalgemeinde hellhörig werden und machte Hackneyed auf ihrer ersten Tour zu einem beliebten Liveact. Nach dem recht knappen, halbstündigen Debüt starten Juan (Gitarre), Devin (Gitarre), Alex (Bass), Tim (Drums) und Phil (Gesang) voll durch, indem sie mit „Burn After Reaping“ ein wahres Monster mit zwölf lodernden Tracks auf den Markt schmeißen. In der Endversion gesellen sich sogar noch zwei Bonussongs dazu. Corni Bartels, der tatsächlich auch die Killerpilze produzierte, sorgte dabei für einen fast doppelt so fetten Sound wie auf Album Nummer Eins.

Mit einem Altersdurchschnitt von kaum 18 Jahren, wobei das jüngste Mitglied Devin zum Zeitpunkt der Aufnahmen gerade mal 15 (!) Jahre zu verbuchen hatte, leisten Hackneyed auf „Burn After Reaping“ Großes. Der Pressetext beschreibt es diesmal genau treffend: Der Stil ist „Modern Old School Death Metal“. Mit den schnörkellosen Todestiraden, wo Sänger Phil auf hohem Niveau grunzt, rotzt und brüllt was das tiefste Innere so hergibt, erinnern Hackneyed an die Anfangstage der heutigen Death Metal Größen, weshalb Fans der alten Schule die Band bedingungslos ins Herz schließen werden.

„Burn After Reaping“ spielt sich weitgehend im Midtempo-Bereich ab, hat aber auch einige rasende Parts und vor allem markerschütternde Breaks („Bloodshed“), sowie ein bisschen mystische Atmosphäre („Redying“) zu bieten. „Deatholution“ erweist sich dabei schnell als der Hit des Albums, was nicht zuletzt auch daran liegt, dass im Refrain unter dem Growl-Teppich noch eine Spur mit dezentem Clean-Gesang versteckt ist. So bleibt das Teil besonders eingängig.

Spätestens nach zwei Dritteln der Spielzeit ist man von dem ungepanschten Death Metal der Jungs so erschlagen, dass man kaum noch in der Lage ist, etwas zum Hervorheben ausfindig zu machen. Daher befinden sich die stärksten Momente an Anfang und Mitte des Silberlings. Trotzdem ist „Burn After Reaping“ eine runde Sache. Schön brutal, aber auch nicht zu stumpf (man lese sich nur mal die kreativen Songtitel durch). An den Jünglingen von Hackneyed sollte man auf jeden Fall dran bleiben. In weniger als drei Jahren dürfen dann endlich alle Mitglieder gesetzlich mit einem Schnäpschen auf ihren Erfolg anstoßen, da dann auch Devin die Volljährigkeit erreicht hat. Wer weiß, was Hackneyed bis dahin schon geleistet haben…

Anspieltipps:

  • Weed Flavoured Meat
  • Deatholution
  • Bloodshed
  • Redying

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