Mariah Carey - Memoirs Of An Imperfect Angel - Cover
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Mariah Carey Memoirs Of An Imperfect Angel


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 72 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Titel „Memoirs Of An Imperfect Angel“ sagt alles.

Manchmal ist weniger mehr: Zwei Produzenten, The Dream und Tricky sowie Antonio L.A. Reid als Superproduzent und keine (!) Gastsänger stellten das sparsame Aufgebot, um das neue Mariah-Carey-Album nach dem enttäuschenden „E=MC²“ zu bewerkstelligen. Die Carey komponiert fleißig mit und setzt diesmal auf sehr sanfte R&B-Töne in Form von jeder Menge Balladen.

Ob ihre Hochzeit mit Nick Cannon die Sängerin immer noch so stark beeinflusst oder die beiden angesagten R&B-Songschreiber Tricky Stewart und The Dream auf ruhiges Fahrwasser bestanden haben, weiß man nicht. Fakt ist: Auch Beyoncé und Rihanna setzten auf dieses Team und so erwartet man schon einige Hits. Doch die gibt es nicht! Dafür erhält der Hörer lediglich ein paar wenige R&B-Tracks, die sich wirklich anhören lassen können. Dazu zählen „Standing O“ und „It's a Wrap“, die mit eingängigem R&B-Songmaterial unterhalten. „Inseparable“ hingegen verfängt sich in häufigen Widerholungen und bietet deutlich weniger Spannung.

Die erste Single „Obsessed“, eine etwas merkwürdige Abrechnung mit Eminem, ist der einzige schnellere Song, der aber leider durch Monotonie und Ideenlosigkeit auffällt. Da eignen sich „H.A.T.E.U.“ oder „Candy Bling“ als groovende Balladen viel eher als kommende Single-Veröffentlichungen. Gerade bei „H.A.T.E.U.“ zelebriert Frau Carey ein sich ganz langsam steigerndes R&B-Perlchen, mit dem sie offenbar zweigen will, dass sie das Genre immer noch beherrscht.

Das Cover von Foreigners „I want to know what love is“, welches damals von Sänger Lou Gramms energischer Stimmperformance lebte, verwandelt Madame Carey in eine zuckersüße R&B-Ballade, die dadurch auffällt, dass sie endlich einmal wieder ihre stimmlichen Fähigkeiten offenbart. Denn bei den meisten Tracks versteckt Carey ihr Stimmvolumen und begnügt sich mit ihrem erkennbaren Timbre, ohne so richtig aufzutrumpfen.

Zumindest nutzt Mariah Carey ihr neues Album zeitweise, um zu beweisen, warum sie eine der erfolgreichsten Sängerinnen aller Zeiten ist. Dennoch bleibt kompositorisch genügend Luft nach oben, um an erfolgreiche Zeiten anzuknüpfen. Deshalb gilt: Wer die letzten Alben von Mariah Carey nicht mochte, mag sie auch nach diesem Longplayer nicht. Dabei neigt sie offensichtlich zur Selbsterkenntnis: Der Titel „Memoirs Of An Imperfect Angel“ sagt doch alles.

Anspieltipps:

  • H.A.T.E.U
  • Inseparable
  • Languishing (The Interlude)
  • I Want to Know What Love Is

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