Vader - Necropolis - Cover
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Vader Necropolis


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 33 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Respekt. Das muss man zuerst einmal sagen, bevor man sich dem neuen Vader Album im Detail widmet. Denn die neben Behemoth bekannteste aller polnischen Metal-Bands sorgt schon seit über 25 Jahren für geschundene Nackenstränge, und das alles ohne Power einzubüßen. Im Gegenteil. Der Geburtstag wurde 2008 mit dem starken Best Of Album „XXV“, wofür alle Tracks neu eingespielt wurden, gebührend gefeiert. Jetzt, ein Jahr später, meldet sich Mastermind und Bandgründer Piotr „Peter“ Wiwczarek (Gitarre und Gesang) erneut zurück, mit neuer Besetzung und neuem Album. Ein Vierteljahrhundert Bandgeschichte vergeht natürlich nicht reibungslos, zumal nach unzähligen Line-Up-Wechseln nur noch Peter von der Originalbesetzung übrig ist. Doch auf „Necropolis“ schmettert Peter, der im Studio alle Saiteninstrumente selbst übernahm, mit Drummer Paul drauf los, als wäre nie etwas passiert.

Wüsste man es nicht besser, könnte man meinen, „Necropolis“ ist mit kaum mehr als einer halben Stunde Spielzeit inklusive zwei Intermezzi und zweieinhalb Minuten Stille bei „When The Sun Drowns In The Dark“ eine sehr knapp ausgefallene Vader Platte, die mit Ach und Krach die Mindestanforderungen erfüllt. Doch ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Vader so gut wie immer dem Rezept „In der Kürze liegt die Würze“ folgen, was „Necropolis“ letztendlich zu einer tadellosen Fortsetzung der bisherigen Diskografie macht. Außerdem kommen noch zwei Coversongs als Bonustracks dazu, die auf der Promo-CD noch nicht vorlagen: „Black Metal“, ursprünglich von Venom, und Metallicas „Fight Fire With Fire“.

Ob im Midtempo oder im Schleudergang, Vader überzeugen mit ihrem altbewährten Death Metal, der hier und da dezent die Genossen Black und Thrash streift und von einem recht hohen Wiedererkennungswert zeugt. Letzteres geht hauptsächlich auf die Kappe von Sänger Peter und seine besonders markante Röhre. Aber auch die schrägen Gitarrensolos, die zunächst unschlüssig wirken und an mäßige Slayer-Kopien erinnern, nach und nach aber zu gefallen wissen, tragen ihren Teil dazu bei. So schreibt natürlich nur ein Vader-Neueinsteiger, denn die Fans wissen längst, was für ein Sound sie erwartet und werden auch mit der neusten Scheibe vollauf zufrieden sein.

Bleibt zu erwähnen, welche Stellen der Platte neben den düsteren Zwischenspielen „The Seal“ und „Summoning The Future“ besonders hervorstechen. Schwer zu sagen, doch „Blast“ gefällt schon mal, weil es in unter zwei Minuten hinreichend die Eiergröße der Band darlegt und das Riffing in „Impure“ bleibt beim Hörer am schnellsten im Gedächtnis hängen. „Necropolis“ ist kurzweilig wie kraftvoll und hat einen bodenständigen und doch sehr satten Sound, der gleichzeitig Old School und Modern ist. Vader eben. Fans dürfen in Jubel ausbrechen; Neulinge dürfen sich auf soliden Death Metal mit hohem Wiedererkennungswert freuen. Auf jeden Fall ist Vader eine Band, die ums Verrecken nicht klein zu kriegen ist. So wird man wohl auch noch nach 30 Jahren von den kämpferischen Polen voll auf die Zwölf bekommen. Wunderbar.

Anspieltipps:

  • Blast
  • Impure
  • We Are Horde

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