Katzenjammer - Le Pop - Cover
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Katzenjammer Le Pop


  • Label: Nettwerk/SOULFOOD
  • Laufzeit: 42 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein ungezähmtes, äußerst mitreißendes Stelldichein.

Man denkt nicht gerade an eine norwegische Formation, wenn man den Bandnamen Katzenjammer hört, aber Solveig Heilo, Anne Marit Bergheim, Turid Jørgensen und Marianne Sveen sind sowieso nicht für das Vorhersehbare in der Musik zu haben. Diese trägt folkloristische Züge aus verschiedenen Ländern, offenbart als Grundlage ein Pop/Rock-Fundament und zeigt eine Spielfreude, die nicht selten zum Tanzen einlädt. Allerlei mehr oder weniger exotische Instrumente, wie Balalaika-Bass, Banjo, Mandoline, Akkordeon und Trompete gesellen sich zu Gitarre, Schlagzeug sowie Klavier. In der norwegischen Heimat, wo das Debüt „Le Pop“ bereits im Herbst letzten Jahres erschien, feierten Katzenjammer bereits erste Erfolge. Vor allem die Live-Präsenz brachte ihnen gehörigen Respekt ein und rief auch Keane auf den Plan, die Katzenjammer an zwei ausverkauften Abenden in der Londoner O2-Arena als Support anheuerten.

Nun also greift man mit der Veröffentlichung von „Le Pop“ gen restliches Europa, ist für einige Festivals gebucht und spielt im Herbst eine Tour durch Deutschland. Wenn schon die Musik aus der Konserve so mitreißt, wie der erste Song „A Bar In Amsterdam“, kann die Tour nur zu einem Erfolg werden. Ein bunter Strauß aus Saiteninstrumenten, angeschrägten Bläsern und mitreißendem, lieblichen Gesang wird in „A Bar In Amsterdam“ dargeboten, um im folgenden „Tea With Cinnamon“ weiter in schwungvollen Regionen zu fischen. Mit einem Humppa-Rhythmus und Jahrmarkt-Atmosphäre setzen Katzenjammer das Schauspiel fort, gleichzeitig zielstrebig und ausgiebig instrumentiert den schönen, unbeschwerten Dingen des Lebens zu frönen. Klug gesetzte Breaks sorgen für überraschende Fortsetzungen, die sich zu einem schunkelnden Etwas genauso formen können wie zum Stakkato-Aufbruch mit Ohrwurm-Garantie.

Der Country-Pop in „Hey Ho On The Devil´s Back” wird wundervoll mit dramatischen Beilagen gebrochen, welche durch dunklen Gesang und eine Stimmung bekräftigt werden, die sich auf den Theaterbrettern dieser Welt zuhause fühlen dürfte. Theatralische, mitunter auch geschrieene Passagen erfrischen das heitere Tun auf „Le Pop“ immer wieder und setzen ein Zeichen gegenüber dem florierenden, mitunter zahnlosen Folk-Pop. Katzenjammer zeigen jedenfalls die Zähne, feiern ein großes Fest zwischen Country, Pop, diversen folkloristischen Spielarten und lassen einen bei einer Ballade wie „Wading In Deeper“ mitten im rastlosen Treiben mal eben schmelzen, während „Play My Darling, Play“ den Fuß schon wieder nicht stillhält und man sich nur schwer entscheiden kann, ob nun die Mundharmonika oder das Banjo mehr entzückt. Ein ungezähmtes, äußerst mitreißendes Stelldichein und eine der großen Newcomer des Jahres 2009.

Anspieltipps:

  • A Bar In Amsterdam
  • Hey Ho On The Devil´s Back
  • Wading In Deeper
  • Play My Darling, Play

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