Threat Signal - Vigilance - Cover
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Threat Signal Vigilance


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 55 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Under Reprisal“ legten Threat Signal 2006 ein starkes Debüt vor. Jetzt, ganze drei Jahre und zahlreiche Besetzungswechsel später, sind die neuen Sternchen des Modern-Metal-Himmels wieder zurück und liefern mit „Vigilance“ einen nicht ganz so krachenden aber ordentlichen Nachschub.

Nachdem Sänger Jon Howard zusammen mit seinem Bassisten Pat Kavanagh unlängst einen eher missratenen Ausflug in ein Projekt namens Arkaea unternahm, wo er mit Ex-Fear Factory Mitgliedern kalte Industrial-Klänge mit seinem Metalcore-Style zu bereichern versuchte, hat er nun zum Glück wieder ein Heimspiel. Auf „Vigilance“ gibt er wie gewohnt Schreie vom Feinsten und zahlreiche nette, halbwegs clean gesungene Refrains zum Besten. Die Scheibe kommt nicht von Anfang an voll auf die Zwölf wie „Under Reprisal“, sondern kümmert sich mehr um Spannungsaufbau. Auf den Mid-Tempo-Opener „Afterlife“ folgt „Through My Eyes“ für die angemessene Aufwärmung, bevor mit „The Beginning Of The End“ dann die erste richtige Headbang-Nummer ausgepackt wird. Ähnlich wenig zimperlich geht es dann mit „United We Stand“ und vor allem „Beyond Recognition“ weiter, bis „Another Source Of Light“ dann etwas besinnlichere Klänge ertönen lässt. Hier stellt Howard sein ganzes stimmliches Spektrum vor.

Keine Müdigkeit wird vorgeschützt, denn „Hate Machine“ und „Severed“ preschen gleich wieder ordentlich drauf los. Dann ist es auch schon wieder Zeit für die zweite Fast-Ballade („Lost“), die aber nicht die Qualität von „Another Source Of Light“ erreicht. „Revision“ gefällt wie schon viele Tracks zuvor mit einem heißen Heavy Metal Solo, „In Respair“ bietet singletaugliche Melodien und „Escape From Reality“ geleitet dann zum Rausschmeißer „To Remember“. In diesen beiden letzten Liedern hört man die Fear Factory Einflüsse nochmal deutlich raus, bis das ausschweifende Outro von „To Remember“ die böse beschallten Ohren langsam wieder zur Ruhe kommen lässt.

Dank der recht originellen, wilden, verspielten Riffs, zusammen mit dem sauber gespielten, aber nicht weniger wilden und kraftvollen Schlagzeug und Jon Howards Mörder-Organ klingt „Vigilance“ definitiv gut. Doch da als Produzent diesmal nicht Christian Olde Wolbers (Ex-Fear Factory, Arkaea) tätig war, sondern die Aufnahmen in kompletter Eigenregie stattfanden, fehlt dem Sound ein bisschen das Feuer im Hintern, wenn man den Vergleich mit „Under Reprisal“ zieht. „Vigilance“ klingt klarer, aber damit auch weniger druckvoll. Außerdem sticht auch nach mehreren Hördurchgängen kaum etwas heraus, sodass man einigen Tracks manchmal kaum mehr als ein Achselzucken abgewinnen kann. Man kann sagen, Threat Signal haben im Hinblick auf ihr Debütalbum nachgelassen, da es etwas an der Kurzweile hapert. Doch lieber den eigenen Sound auf die nächste Ebene heben (was auch immer man für die nächste Ebene hält), als das erste Album zu wiederholen. Threat Signal sind immer noch eine zuverlässige Anlaufstelle wenn es um frischen, fetten modernen Metal geht.

Anspieltipps:

  • Through My Eyes
  • Beyond Recognition
  • Another Source Of Light
  • In Respair

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