Caliban - Say Hello To Tragedy - Cover
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Caliban Say Hello To Tragedy


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Gerade frisch von Roadrunner Records zu Century Media gewechselt, wo auch die Kollegen von Heaven Shall Burn und Maroon verweilen, bringen die fünf Ruhrpott-Söhne von Caliban ihren nunmehr siebten Langspieler auf den Markt. „Say Hello To Tragedy“ trägt seinen Namen nicht nur weil es cool klingt, denn textlich beschäftigt sich das Album speziell mit dem Thema Tragödien. Sowohl (fiktive) persönliche Erfahrungen wie man es von früheren Alben kennt, als auch bekannte Tragödien des wahren Lebens, wie die unglaubliche Geschichte des Österreichers, der seine Tochter 24 Jahre lang im Keller einsperrte und vergewaltigte, werden behandelt. Ein Konzept wie dieses ist natürlich wie gemacht für Caliban. Und mit der bereits erwähnten Tragödie fängt es auch gleich an.

Ohne Vorwarnung brettert der Eröffnungstitel „24 Years“ drauf los. Ob es nun Keyboards oder Chöre sind, oder beides, mit denen die Saiteninstrumente von Marc Görtz, Denis Schmidt und Marco Schaller, die Drums von Patrick Grün und das Gebrüll von Andreas Dörner unterfüttert wurden, fest steht jedenfalls: Das Teil klingt tonnenschwer, beklemmend und einfach nur fett, perfekt abgerundet durch Denis’ cleane Gesangspassagen. Dies gilt auch für nahezu alle anderen Songs auf „Say Hello To Tragedy“. Als zweites präsentieren Caliban ihren ersten „Love Song“. Doch auf Romantik sollte man da natürlich nicht hoffen. Nummer 2 auf der Tracklist kommt ohne melodiösen Gesang aus, wie es schon auf dem Vorgängeralbum „The Awakening“ der Fall war.
Was dann folgt, lässt sich getrost als einer der Hits des Albums bezeichnen. „Caliban’s Revenge“ vermischt Härte und eingängige, stimmungsvolle Melodien zum niederknien gut. „End The Sickness“ folgt dann wieder dem bewährten Rezept „Moshpart, Breakdown, Clean-Refrain“, bevor „Walk Like The Dead“ ein klein wenig besinnlicher daherkommt und erhöhte Ohrwurm-Gefahr aufweist. Andys Vocals sind stark und hasserfüllt wie eh und je, was wohl besonders in „No One Is Safe“ und „Liar“ unüberhörbar ist. Mit einem minimalistischen und gerade deshalb so kraftvollen Riff schafft es „The Denegation Of Humanity“ sofort mitzureißen und bleibt unter den zwölf Songs einer der erwähnenswertesten. An „Unleash Your Voice“ fällt vor allem der kurze, Drum-’n’-Bass-artige Einschub nach zweieinhalb Minuten auf und zeigt, dass sich die Jungs für ihr neustes Werk wirklich etwas einfallen lassen haben um nicht langweilig zu werden.
„All I Gave“ fängt ruhig an und explodiert dann recht schnell mit allem, was die Küche hergibt, aber in gezügeltem Tempo. Diese Nummer lässt sich als Pendant zum Titeltrack des Vorgängeralbums „The Awakening“ betrachten, nur noch breiter, epischer angelegt. Wenn nach viereinhalb Minuten das Klavier-Outro erklingt, glaubt man schon am Ende der Tragödiensammlung angelangt zu sein, doch es werden noch zwei knüppeldicke Nummern hinterhergeschickt. „In The Name Of Progression“ entpuppt sich zwar als der schwächste und uninspirierteste Track des Albums, geht aber trotzdem noch ordentlich ab. „Coma“, das an „Moment Of Clarity“ vom Album „The Undying Darkness“ erinnert, bietet dann einen schön harten und runden Abschluss.

Adam Dutciewicz, Gitarrenheld von Killswitch Engage, war bei „Say Hello To Tragedy“ erneut als Produzent tätig und sorgte für den wuchtigsten und auch ausgefeiltesten Sound, den Caliban je hatten. Manchen Fans der ersten Stunde werden die wie aus dem Computer klingenden Clean-Vocals wieder unangenehm aufstoßen. Für alle anderen sind sie aber erneut eine passende und eingängige Zuckerwürzung. Die übrigen Bandmitglieder erledigen den Rest und fabrizieren modernen Metal vom Feinsten. Hinter amerikanischen Metalcore-Größen müssen Caliban sich längst nicht mehr verstecken. „Say Hello To Tragedy“ ist jedenfalls der logische Nachfolger von „The Awakening“, auf dem gleichen Niveau und mit noch mehr technischen Spielereien, an die man sich gewöhnen kann. Sagt hallo zu einem weiteren richtig fetten Caliban-Album.

Anspieltipps:

  • Caliban’s Revenge
  • The Denegation Of Humanity
  • 24 Years
  • Walk Like The Dead

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