Jet - Shaka Rock - Cover
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Jet Shaka Rock


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

2003 wollte man seinen Ohren kaum trauen, wie die australische Band Jet den Retro-Hammer auspackte und einen bis zur Besinnungslosigkeit zu rocken vermochte. Da war nicht mal Zeit für die Zigarette danach, so schnell waren die Finger auf der Repeat-Taste. Seit dem ist viel passiert und genau wie bei den Kings Of Leon, den damaligen Brüdern im Geiste, sind die Bärte längst gestutzt oder ganz und gar ab und auch die Musik will nicht mehr dreckige Clubs aufmischen, sondern polierte Stadien zum Frohlocken bringen.

Die Kings haben diesen Schritt nach einigen kritischen Blicken mit Hilfe der Medien bravourös gemeistert und sind fester Bestandteil der Pop-Radio-Rotation. Gleichzeitig haben sie ihre Qualität jedoch großteils beibehalten, auch wenn alles wirklich sehr massentauglich klingt. Jet sind nun also auch dieser Spur verfallen? Nicht ganz. Der Retro-Rock ist mit Abstrichen erhalten geblieben und dazu hat man sich – Australien gehörte nun einmal zum Empire – eher Richtung Brit-Rock entwickelt. Da schrammeln die Gitarren und schütteln einen Teppich aus, der so ziemlich nie Ruhe findet. Sei es der Opener „K.I.A.“ oder das krachlastige „Black Hearts (On Fire)“. Und zwischen dieses ganze Retro-Geschrammel, das weder neu klingt, noch wie früher an alte Großtaten erinnert, mischt sich der Brit-Rock-Geist bekannter Bands wie Franz Ferdinand (wenn auch nicht ganz so aufdringlich).

Neben Rockern, die an vergangene Dekaden erinnern (sehr stark: „She’s A Genius“) sind auch Tanzflächenangriffe geplant. Sei es das leicht dubbige „Beat On Repeat“ oder „Times Like This“, welches an skandinavischen Indie-Rock erinnert. Disco mit einer guten Portion Rock? Warum nicht?! Was beim ersten Anhören recht flach klingt, macht bei genauerem Hinhören richtig Spaß. Nur die „einfachen“ Rocker fürs Schlafzimmer und/oder den Frühstückstisch wie das folgende „Let Me Out“ bleiben auch bei mehrmaliger Rotation lasch.

Den Großteil der Platte nehmen allerdings besagte andere Nummern für sich ein. So bleibt es die guten vierzig Minuten zwar recht eintönig, aber dennoch immer gutklassig, was letztendlich zwar keinen Meilenstein, aber einen respektablen Output darstellt. Nachdem „Shine On“ eher „Für Fans“ war, ist „Shaka Rock“ bereit, auch wieder auf die breite Öffentlichkeit loszugehen. Für den Mainstream fehlen allerdings die großen Hymnen und die richtig guten Hooklines, für den Underground gibt man sich dann à la „La Di Da“ doch zu angepasst. Ein feines Intermezzo auf jeden Fall, doch ist es jetzt Fisch oder Fleisch?

Anspieltipps:

  • Black Hearts (On Fire)
  • She’s A Genius
  • She Holds A Grudge

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