The Used - Artwork - Cover
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  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 43 Minuten
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Was The Used im Vorgänger noch pompös und unnötig überfrachtet gelassen und auf CD gebannt haben, ist dieses Mal einer versöhnlichen Ader gewichen.

The Used wollen sich einfach nicht einordnen lassen und gängigen Konventionen unterwerfen steht für die Band aus Utah schon gar nicht auf dem Speiseplan. Dabei ist der Vierer mit seinem pseudo-verschachtelten dritten Werk „Lies for the liars“ (05/2007) ziemlich auf die Schnauze gefallen und fuhr erstmals keine Gold-Auszeichnung ein, was Bert McCracken (Gesang), Quinn Allman (Gitarre), Jeph Howard (Bass) und Neuzugang Dan Whitesides (Schlagzeug) hoffentlich Grund zum Nachdenken gegeben hat, ihre Kompositionen vielleicht doch eher etwas geradliniger zu gestalten als sie mit allem möglichen Bombast, Sack- und Seitengassen anzureichern, für dessen Aufschlüsselung man ein GPS braucht.

Im Vorfeld der Veröffentlichung von „Artwork“ ließ McCracken dennoch verlautbaren, die neuen Songs wären „zehn Mal chaotischer und lauter“ als alles davor, was angesichts der absurden Konstrukte wie „The ripper“ oder „Hospital“ (beide von „Lies for the liars“) nicht gerade auf Euphorie stieß. Nach dem ersten Durchgang des neuen Machwerks stellt sich dann jedoch überraschenderweise die Frage, wo diese abgedrehte Herangehensweise abgeblieben ist, sind die elf Stücke schließlich nichts anderes als eine Mischung aus mehr oder weniger Muse (progressiv-verspielte Passagen, klassische Unterstützung), My Chemical Romance (pathetische Gebärden, theatralische Ausbrüche), und stark melodischem Unterbau, der in ähnlicher Form bei Bands wie Atreyu, Fall Out Boy oder Panic At The Disco mit Synthie-Schleifen, süßlichen Gitarrenleads oder romantischen Postrock-Gebärden für starke Ohrwurmtauglichkeit sorgt.

Was The Used im Vorgänger noch pompös und unnötig überfrachtet gelassen und auf CD gebannt haben, ist dieses Mal einer versöhnlichen Ader gewichen, die sich durch den kompletten Output zieht. Geschrieen wird nicht und wenn, dann nur in radiokompatiblen Linkin Park-Sphären (wohlgemerkt erst ab „Minutes to midnight“) wie z.B. in „Watered down“, dass so den richtigen Kick vermisst. Überhaupt spielen die vier Herrschaften ständig mit den falschen Vorzeichen und liefern mit „Kissing you goodbye“ den perfekten Hollywood-Blockbuster-Kitsch-Moment und legen einigen metallischen Ausbrüchen zum Trotz („Blood on my hands“, „Come undone“) eine Platte vor, dessen explizites Cover in keinem nachvollziehbaren Verhältnis zum Inhalt steht. Der früher allgegenwärtige Screamo ist ebenfalls nur mehr Ausschussware und verkommt bestenfalls zum zufälligen Nebenprodukt.

Würde das alles reichen um „Artwork“ unbeachtet im Verkaufsregal stehen zu lassen, so muss doch konstatiert werden, dass The Used zumindest teilweise aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und mit ihrer vierten Scheibe ein ambitioniertes Rockalbum vorgelegt haben, das den richtigen Weg einschlagen will, aber ständig daran gehindert wird. Ob das nun bedeutet, dass der beherzte Schlag ins Gesicht fehlt oder viele gute Ideen der Pop-Influenza erliegen, es herrscht immerhin das Gefühl, dass Bert und seine Mannen wieder auf dem richtigen Kurs sind.

Anspieltipps:

  • Watered Down
  • Empty With You
  • Blood On My Hands

Dieser Artikel ging am um 17:46 Uhr online.
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