Dúné - Enter Metropolis - Cover
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Dúné Enter Metropolis


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 45 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

7/11. Wie ist jene Zahlenkombination mit der dänischen Formation Dúné in Zusammenhang zu bringen? Eigentlich ganz einfach. Einerseits besteht die skandinavische Rockkapelle aus sieben Bandmitgliedern und ihr Album „Enter Metropolis“ wartet mit elf neuen, selbst ernannten „Indielectrock“-Stücken auf. Andererseits ist 7/11 ebenso der Name einer auch in Dänemark weit verbreiterten Kiosk/Supermarktkette, die Tag und Nacht zum willenlosen Konsum bittet.

Und ähnlich wie in einer solchen „seven-eleven“ -Filiale ist auch das akustische Angebot auf der vorliegenden Platte enorm durchwachsen. Wäre die Frischhaltetheke eines Marktes die symbolische Musikgenreauslage von Dúné, so würden einem von schmackhaften Hot Dogs (Mew, Muse) über etwas faden, rosa gefärbte Schokocroissants (The Killers) bis zu leicht angeschimmelten und ungenießbaren Fischbrötchen (Sunrise Avenue, Polarkreis 18) unzählige Referenzen ins Ohr stechen. Der ruhige Eintritt in „Time To Leave“ wird in seiner fast sechsminütigen Spielzeit relativ rastlos von blechernen Drums und rockenden Gitarren gefangen genommen und auch „Heat“ besinnt sich auf einen hymnischen Clubrock, der hauptsächlich von seiner Keyboard- und Soundtüftelei lebt. Und schon bereits nach den ersten Minuten Metropolis lässt sich erahnen woran es diesem Werk letztlich fehlen könnte- nein fehlen wird. Einer Seele!

Denn die Produktion mutet ohrenblicklich dermaßen aalglatt und durchkonzipiert an, dass viele eigentlich nicht von Grund auf mittelmäßigen Songs, dann doch aufgrund ihrer kühl-sterilen Mischpultsonderbehandlung keine emotionale Bindung zwischen Sender/Empfänger herstellen können. „Memories“, „Let Go Of Your Love“ und „To Metropolis“ könnten angesichts ihrer soundtechnischen Analogien auch ohne Weiters als ein zehn Minuten langweilender, einziger Song durchgehen, bei dem sich das immer gleiche Refrainmuster durch die Synthesizer quält. Zu den besseren, weil auch diesmal nicht in Grund und Boden kalkulierten Nummern gehören das düster-epische und sich Nachdruck erspielende „Please Bring Me Back“, das Brandon Flowers vermutlich auch eine Lächeln abringende „Heiress Of Valentina“ und der enorm spröd-pumpende Rocker „Get It Get It“. Dazwischen tummeln sich ungemein belanglose Füller („Revolution“) und absolut nervige Aussetzer („Final Part Of The 21st Century“).

„Enter Metropolis“ ist definitiv ein 7/11-Markt! Wenn man unbedingt noch etwas benötigt und die übrigen Elektro-Indie-Rock-Geschäfte haben bereits geschlossen, kann man ja mal kurz reinschauen und sich das Beste von Dúné herauspicken. Aber wenn man auf das Qualität/Preis-Verhältnis achtet, dann wartet man doch lieber auf den nächsten Tag, um sich dann auch was wirklich Hand- und Ohrfestes zu besorgen. Dann zwar ohne Hochglanzverpackung, aber mit garantiert längerem Haltbarkeitsdatum versehen.

Anspieltipps:

  • Please Bring Me Back
  • Heiress Of Valentina
  • Get It Get It

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