Believe - This Bread Is Mine - Cover
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Believe This Bread Is Mine


  • Label: Metal Mind Productions
  • Laufzeit: 59 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Sängerwechsel ist eine große und schwierige Angelegenheit für eine Band. Viele könnten darüber ein Lied singen: Journey, Marillion oder Genesis von den mehr bekannten. Die Liste ist lang und die Ergebnisse sehr differenziert. Bei manchen hat eine komplette musikalische Neuorientierung statt gefunden, bei der polnischen Formation Believe bewegt sich die Musik noch im gleichen Rahmen, aber der Unterschied zwischen dem ehemaligen Sänger Tomek Rozycki und dem neuen Karol Wroblewski ist enorm.

Wroblewskis Stimme hat wenig Ausdrucksstärke, ist eher tief, dunkel und relativ matt. Sein Vorgänger hatte eine deutlich charismatischere und wärmere, auch wenn leicht kratzige Stimme. Der Versuch eine gewisse Varianz seiner Stimme zu präsentieren und höhere Töne anzuschlagen („Problems Rise“) oder melodische Gesangslinien zu präsentieren („This Is Life“) misslingt Wroblewski leider. Es soll jedoch nicht verschwiegen werden, dass es auch Lieder gibt, in denen die neue Stimme gut zur Geltung kommt, vor allem in den ruhigeren Momenten, wie im letzten, musikalisch einfachen, akustischen „Silence“, das durch seine angenehm subtilen Melodien überzeugt, oder „And All The Roads“, das ebenfalls seicht daherkommt.

Musikalisch bewegen sich Believe mit ihrem dritten Album auf einem viel traurigerem, lebloserem Gebiet als zuvor, mit subtiler, fragiler Musik, die deutlich mehr Akustikgitarre auffährt und nur wenige wirkliche Rockmomente bietet („Darkness“ und „This Bread Is Mine“). Vielleicht ein Versuch sich der neuen Stimme anzupassen. Als musikalisch wertvoll kann man This Bread Is Mine titulieren, doch im Licht der beiden Vorgängeralben, fehlt hier oft die Originalität. Mirek Gil an der Gitarre ist bekannt für seine eingängigen Kompositionen und gefühlvollen Soli, doch auf diesem Album hält er sich mehr im Hintergrund auf und spielt eher Banddienlich. Das kann durchaus positiv sein, hier aber fehlen dadurch die markanten, magischen Klangerlebnisse. In den Momenten, in denen man ihn wahrnimmt, sind seine Harmonien so wieder erkennbar und typisch, dass man der Meinung ist, sie so oder so ähnlich schon mal gehört zu haben („Mother“). Lob gebührt der Violinistin Satori, die sich perfekt ins Gesamtbild einfügt. Nie zu aufdringlich, bereichert sie die Musik mal im Hintergrund, mal deutlicher wahrnehmbar. Als neues Element ist noch die Flöte hinzugekommen, die, ebenfalls wie die Keyboards, von dem neuen Sänger Wroblewski übernommen wurden.

Thematisch geht es um die Selbstfindung und die Freiheit das zu tun was man am besten kann. Die Texte hat, wie bereits zuvor, ein Freund der Band geschrieben. Musik mag die Bestimmung, das tägliche Brot, dieser Menschen sein, aber ob sie sich mit dieser Leistung auch weiterhin ihre Brötchen damit verdienen können, bleibt abzuwarten. Believe hätten sich lieber mehr Zeit lassen sollen, um den Sänger besser zu integrieren. Aus modernem, melodischem und gitarrenlastigem Progressive Rock ist eine sehr schnöde, traurige und melodielose Musik geworden. Das mag für die eine Seite enttäuschend sein, für die andere, unbefangene aber vielleicht auch interessant wirken.

Anspieltipps:

  • And All The Roads
  • This Bread Is Mine
  • Silence

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