Wye Oak - The Knot - Cover
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Wye Oak The Knot


  • Label: Affairs Of The Heart/INDIGO
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Bei Wye Oak steht die Stimmung im Vordergrund, die wohlig Beruhigendes genauso wie verstörend Aufreibendes offeriert.

Für die Musik des Multiinstrumentalisten Andy Stack und der Sängerin Jenn Wasner aus Baltimore sollte man sich Zeit nehmen, soviel steht auch nach dem Hören des zweiten Wye Oak-Albums „The Knot“ fest. Erst noch ein relativ unauffälliger Begleiter, der mit Streichern, Pedal Steel Gitarre und lauten Feedback-Momenten zwischen Folk und Blues-Rock pendelt, die Stimme Wasners zu vernachlässigen scheint und mehr auf die dichten Instrumental-Passagen setzt. Immer mehr wendet sich der Blick vom Folk ab und der Hörer befindet sich viel mehr in Shoegaze und Dream Pop-Gefilden, welche sich pulsierend dunkel zwischen Laut und Leise verorten lassen, dabei auf viel Atmosphäre setzen und schließlich gelöst von Genre-Zuordnungen als intensiv bezeichnet werden können.

„Milk And Honey“ beginnt schleppend und bedrohlich, wenn das Schlagzeug monoton den Takt vorgibt und sich nur langsam die Gitarre dazu gesellt. Dann jedoch schwillt der Sound an, Noise-Elemente halten Einzug und schon ist der Song vorbei. Süßholz wird dagegen bei „For Prayer“ mit der Simme von Jenn Wasner geraspelt, die urplötzlich von lauten Gitarreneinsätzen in den Hintergrund gedrängt wird, was definitiv schon wuchtige Rock-Statements sind und den mantra-artigen Wohlklang, an dem die Pedal Steel Gitarre in Verbindung mit der leidenschaftlichen Stimme Wasners einen großen Anteil hat, unterbricht. Dieses Wechselbad der Gefühle macht „The Knot“ dann auch aus.

Bei Wye Oak steht die Stimmung im Vordergrund, die wohlig Beruhigendes genauso wie verstörend Aufreibendes offeriert und dabei eine tolle, vielschichtige Instrumentierung bietet, so dass man kaum glauben kann, es „nur“ mit einem Duo zu tun zu haben. Disharmonische Ausflüge wechseln sich, wie in „Siamese“, mit zarten Percussions und Streichern ab, die einen nicht zuletzt dank der betörenden Vocals sehnsüchtig schwelgen lassen, um im nächsten Moment mit viel Feedback unsanft aus den Gedanken gerissen zu werden. Trotzdem stellt sich irgendwann das Gefühl ein, es Song für Song mit dem gleichen Aufbau und einer gewissen Tristesse zu tun zu haben, die einen nach all der Faszination übersättigt zurück lässt. Doch dafür war der Flug umso schöner.

Anspieltipps:

  • For Prayer
  • Siamese
  • Mary Is Mary
  • Sight, Flight

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