Matisyahu - Light - Cover
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Matisyahu Light


  • Label: Epic/Sony Music
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Mehr als drei Jahre lang mussten sich alle Fans von Matthew Miller nach „Youth“ (2006) gedulden – nach zahlreichen Verschiebungen tauchte der Nachfolger „Light“ schließlich Ende August in den amerikanischen Plattenläden auf. Weitere sechs Wochen später ist es nun auch hierzulande so weit und die deutschen Hörer können selbst darüber urteilen, ob es dem New Yorker gelingt, einige Lichtblicke in die immer dunkler werdenden Tage zu bringen. Wer hier in erster Linie einen Abklatsch des starken und auch kommerziell erfolgreichen Vorgängers erwartet wird jedenfalls eines Besseren belehrt: Matisyahu setzt seine Entwicklung konsequent fort und entfernt sich noch einmal ein gutes Stück weiter von seinem von Reggae geprägten Erstling „Shake Off The Dust… Arise“ (2004).

Der Stil des neuen Albums lässt sich dagegen nur schwer mit wenigen Worten umschreiben. Die einzige echte Konstante in der Musik des streng gläubigen Juden ist neben den häufig religiös geprägten Texten seine unverkennbare Stimme: Gesangspassagen in verschiedensten Tonlagen gepaart mit Sprechgesang in atemberaubendem Tempo und (besonders auf Live-Konzerten) gekonnten Beatboxing-Einlagen – das ist Matisyahu. Und auch ansonsten präsentiert sich „Light“ mit einer bunten Mischung aus rhythmuslastigen und ruhigeren melodiösen Songs sehr abwechslungsreich. Zumindest Freunde der bisherigen Alben werden allerdings den ein oder anderen erfrischenden Reggae-Riddim schmerzlich vermissen. An dessen Stelle treten immer häufiger künstlich anmutende Beats, die herkömmliche Instrumente zugunsten von Synthesizern und Drum-Machines langsam aber sicher in eine Nebenrolle drängen. Mit dem großartigen Konzert-Mitschnitt „Live At Stubb‘s“ (2005), auf dem neben dem 30-Jährigen selbst lediglich ein Trio aus Gitarre, Bass und Schlagzeug zu hören war, hat das leider nur noch wenig zu tun.

Die sehr poplastige erste Singleauskopplung „One Day“ geht zwar genauso wie zahlreiche andere Titel zunächst gut ins Ohr, allerdings hat man sich bereits nach wenigen Durchläufen satt gehört. Und auch wenn sich Matisyahu nach wie vor auf einem relativ hohem Niveau bewegt und definitiv zu den kreativeren Vertretern seiner Generation gehört: Im Vergleich zu früheren Werken befindet sich auf „Light“ vergleichsweise wenig Licht und viel Schatten – darüber kann auch das Cover, das den Protagonisten in grelles Licht getaucht zeigt, nicht hinwegtäuschen. Wer bei unkonventioneller Musik ohne klar definierbares Genre hellhörig wird, könnte mit dieser CD aber dennoch genau richtig liegen.

Anspieltipps:

  • We Will Walk
    One Day
  • So Hi So Lo
  • For You
  • Darkness Into Light

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