Mariha - Another Lover - Cover
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Mariha Another Lover


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Nachdem es offenbar ein paar Zwistigkeiten mit ihrem alten Label gab, meldet sich die 27jährige Sängerin und Songwriterin Eva Maria Meyer, besser bekannt als Mariha, erst jetzt, mehr als drei Jahre nach ihrem Debütalbum „Elementary Seeking“ (03/2006), mit ihrem Zweitwerk „Another Lover“ zurück auf der Bildfläche. Marihas Debütalbum wurde damals von der Top-50-Single „Absolutely entertaining“ kurzzeitig in die Charts gepuscht, da der Track zum Titelsong der romantischen Komödie „Barfuß“ mit Til Schweiger in der Hauptrolle erkoren wurde. Ein gelungener Schachzug, denn den Film sahen immerhin 1,5 Millionen Kinobesucher und diese erinnerten sich allzu gerne an den feinfühligen Gitarrenpopsong der Wahl-Hamburgerin.

Mit der Erkenntnis, dass Mariha kein Popstar ist, der alle 12 Monate eine neue CD auf den Markt wirft, ist die junge Mutter eines Sohnes zu Columbia Records gewechselt. Dort werden Musiker offenbar als Künstler geschätzt und nicht mit songschreibenden Maschinen verwechselt. Und hört man sich „Another Lover“ aufmerksam an, erweißt sich dieser Schritt als goldrichtige Wahl! 13 Songs sind für das Album entstanden, das von Ralf Christian Mayer (Clueso, Xavier Naidoo, Die Fantastischen Vier) produziert, arrangiert und aufgenommen wurde. Sie drehen sich in allen Facetten um das Thema zwischenmenschliche Beziehungen und setzen das handgemachte Gitarrenpopelement des Debütalbums fort.

Auch wenn Mariahs Alben nach wie vor bei einem Majorlabel erscheinen, ist ihre Musik vom Independent-Gedanken geprägt. Kommerzialität steht nicht im Vordergrund – wobei die gelungene Supertramp-Coverversion „Take the long way home” durchaus als eine Art Zugeständnis gewertet werden kann –, das Label hat nicht in das Songwriting hereinzureden und bei Bedarf darf ein bisschen experimentiert werden. Unter diesen Vorzeichen entstand ein sehr entspanntes Album, dem ein gewisser Live-Charakter nicht abgesprochen werden kann. Zumindest erzeugen Songs wie „Wouldn’t have“, „All on zero“, „Learning on love“ oder „Never let“ den Eindruck, als hätten Mariah und ihre Band nach alter Schule zusammen im Studio musiziert.

Dadurch und durch die alles andere als stromlinienförmige Stimme Marihas, bekommt das Werk einen besonderen Charme. Die Melodien sind zart und unverbraucht und strahlen eine herbstlich-introvertierte Stimmung aus. Das mag der eine oder andere vielleicht banal finden, sollte denjenigen aber nicht davon abhalten, das Album einfach mal auf sich wirken zu lassen.

Anspieltipps:

  • In my dreams
  • Wouldn’t have
  • Don’t wanna party
  • Heart keeps beating
  • Take the long way home

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