Mark Knopfler - Get Lucky - Cover
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Mark Knopfler Get Lucky


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 58 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Ich mache immer weiter. Das ist es eigentlich auch schon“.

Auch nach über 30 Jahren im Musikbusiness meint es Mark Knopfler (60) mit seinen zahlreichen Fans immer noch gut. In wunderbarer Regelmäßigkeit bringt der Schotte neue Alben auf den Markt und begleitet diese mit Tourneen. Dabei hätte er diesen Affenzirkus gar nicht mehr nötig, nachdem er allein mit seiner Band Dire Straits geschätzte 120 Millionen Tonträger unters Volk brachte. Doch der Gitarrenikone macht die kreative Arbeit nach wie vor Spaß und solange Knopflers Produktivität auf dem hohen Level der vergangenen zehn Jahre anhält, soll er ruhig so weiter machen.

Und so verkündet der Singer/Songwriter im Stile eines Olli Kahn: „Ich mache nun mal immer weiter. Das ist es eigentlich auch schon“. Doch während der Torwart-Titan wie ein Derwisch auf dem Platz agierte, ist bei Herrn Knopfler im Laufe der Jahre eine sich immer weiter ausprägende Tiefenentspannung eingekehrt, die sich in gut abgehangenen Songs zwischen Folk, Blues und nur noch ganz wenig Rock ausdrückt. Schließlich muss der 60-Jährige weder als Songschreiber noch als Gitarrist nichts und niemanden mehr etwas beweisen. Demnach sind Frickeleien auf der Gitarre und der altbekannte Dire-Straits-Sound auf dem neuen Album „Get Lucky“ weitgehend Mangelware – und das ist auch gut so! Denn Mark Knopfler will mit seinen Liedern viel lieber kleine Geschichten erzählen und dazu Klänge erzeugen, die an eine Art musikalische Landschaftsmalerei gemahnen und Knopflers offenkundige Vorliebe für Filmmusik erahnen lassen.

Seine Texte sind dabei häufig von persönlichen Erlebnissen, z.B. aus seiner Kinder- und Jugendzeit gefärbt. So erzählt er in „Border reiver“ die Story eines LKW-Fahrers aus Glasgow, in „Get lucky“ geht es um einen Sänger, der seine Leidenschaft als Erntehelfer und Schausteller finanziert, „So far from the clyde“ befasst sich mit der großen Ära der Dampfschifffahrt, „Monteleone“ ist die tongewordene Verneigung vor einem exzellenten Gitarrenbauer und der herzergreifende Schlusstrack „Piper to the end“ stellt eine gefühlvolle Hommage an Knopflers Onkel Freddie dar, der in jungen Jahren als Dudelsackspieler im zweiten Weltkrieg gefallen ist.

Mit „Get Lucky“ läutet Mark Knopfler im positiven Sinne den musikalischen Herbst ein. Die Songs klingen unaufgeregt und vertraut, als käme man nach einer langen Reise nach Hause, dort wo der Wind über die schottischen Highlands rauscht, aus der Ferne Schafe blöken und aus dem Pub um die Ecke leise Folkloreklänge dringen. Pure Geborgenheit, verpackt in wohlige Töne. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Anspieltipps:

  • Monteleone
  • Border reiver
  • Piper to the end
  • So far from the clyde
  • You can’t beat the house

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