Beardfish - Destined Solitaire - Cover
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Beardfish Destined Solitaire


  • Label: Inside Out/SPV
  • Laufzeit: 76 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

In Schweden wird gerne und viel Musik gemacht. Es gibt dort anscheinend auch bei Retro-Prog-Bands eine nie versiegende Quelle. Beardfish gehören seit 2001 zu der schwedischen Fraktion der Retro-Progger, die 70er Jahre beeinflussten Progressive Rock spielen, zu denen unter anderem Flower Kings, Kaipa, Paatos, Anekdoten oder Simon Says zählen. Was man Beardfish zu gute halten muss, sie musizieren ohne übertriebenen Bombast aber mit vielen interessanten Ideen und moderneren Stilmitteln. Ohne ein wenig Kitsch kommt auch dieses Album nicht aus, aber das ist normal in diesem Musikbereich. Dafür enthalten die Texte eine große Portion Humor. Mike Portnoy ist jedenfalls von Ihnen überzeugt, hat er doch die Band auf die Progressive Nation Tour 2009 in die USA eingeladen. Nur leider hat die Insolvenz von SPV den Schweden einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Destined Solitaire ist ein mit 76 Minuten Musik voll gepacktes Album, das sehr verspielt ist und mit viel Hammond-Orgel ausgestattet ist. Positiv ist, dass die Orgel nicht omnipräsent ist, sondern genug Raum für Gitarrensoli, Gesang und andere instrumentale Passagen gelassen wird. Das herausragende Titelstück sei hier als Beispiel genannt, welches dem moderneren Prog zugewandt ist, rockiger und härter daherkommt und sogar einige Growls beinhaltet. (Eine kleine Hommage an die Schweden von Opeth?) In anderen Liedern wird es leider auch ein wenig übertrieben mit den Orgel-Passagen der Marke Polka beziehungsweise dem an Schunkellieder erinnernden Grölen („Until You Comply/Entropy“). Hier wäre sicherlich weniger mehr gewesen, aber das wird meist durch andere melodische Parts gleich wieder repariert.

Wie umgreifend die Einflüsse auf die Musik der vier Schweden sind, wird in „In Real Life There Is No Algebra“ deutlich, bei dem sogar Hip-Hop herauszuhören ist. Die Vermischung der vielen kontrastreichen Stile fällt auf Anhieb gar nicht auf, da sie wirklich geschickt miteinander verwoben werden. Ein weiteres Beispiel ist „Coup De Grace”. Was erwartet der Hörer von Liedern mit französischen Titeln? Genau, das obligatorische Akkordeon und genau das wird auch in diesem coolen Instrumentalstück geboten. Ansonsten typisches aus dem Hause Retro-Prog, mal locker und lässig vorgetragen, mal etwas überladen, aber irgendwie macht es am Ende doch gute Laune.

Anspieltipps:

  • Destined Solitaire
  • In Real Life There Is No Algebra
  • Where The Rain Comes In
  • Coup De Grâce

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