Reverend & The Makers - French Kiss In The Chaos - Cover
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Reverend & The Makers French Kiss In The Chaos


  • Label: Wall Of Sound/Rough Trade
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die insgesamt zehn neue Nummern funktionieren entweder als rockender Grower, balladesker Ruhepol oder mitunter auch eingängig prunkvoll.

John McClure ist der Reverend und zusammen mit seinen Makers folgt dem Debüt „The State Of Things“ nun des Pfaffen zweiter Streich. Zusammen mit keinen geringeren als den selbsternannten Göttern des Rocks Oasis spielte die Band diesen Sommer die ganz großen Stadien im Königreich. Ein quasi sakrales Tourpaket. „French Kiss In The Chaos“ bietet dunkel-angehauchten Britrock, auf dem die Elektropop und Funkelemente ihres Erstlings hörbar einem gitarrenlastigeren Indie-Sound weichen.

Der aus Sheffield stammende Frontmann McClure steht auch den Gallagher-Brüdern in Sachen übersteigertes Selbstbewusstsein in nichts nach. Die „beste Musik, die du jemals gehört hast“ sagt er über das musikalische Output seines Projekts, wobei diese Aussage wohl eher als Aufmerksamkeitsschub als Realitätsaufnahme zu interpretieren ist. Denn wenn das die beste je vernommene Musik sein soll, dann empfiehlt sich ein dringender und ausgiebiger Besuch des HNO-Arztes seines Vertrauens. Aber dennoch, gut ist das allemal. Das Album beginnt mit „Silence Is Talking“, einem fast sechsminütigen Ausflug in McClures Sounduniversum. Parallelen zu den neueren Stücken von Oasis (auf „Dig Out Your Soul“) oder der ebenfalls, zumindest optisch ebenfalls pastoral wirkenden Bandkommune der The Soundtrack Of Our Lives sind nicht vom Ohr zu weisen und bestimmt auch nicht ganz ungewollt.

Die insgesamt zehn neue Nummern funktionieren wie eben erwähnter Opening-Track entweder als rockender Grower („The End“), balladesker Ruhepol („Long Long Time“) oder mitunter auch eingängig prunkvoll („Hidden Persuaders“, Professor Pickles“). Bis auf die, im Gesamteindruck des French Kiss etwas fehl platziert wirkenden „No Woods Just Trees“ und dem lahmen Ausklang „Hard Time For Dreamers“ gibt es auf dieser Scheibe eigentlich nicht viel zu beanstanden. Mit dem unbedingt laut zu drehenden „No Soap (In A Dirty War)“ und dem zappeligen „Mermaids“ predigen sich der Reverend und seine Anhänger dann auch schließlich am nachdrucksvollsten ins Gedächtnis.

Bestimmt keine musikalische Offenbarung was uns da auf „French Kiss In The Chaos“ aus den Boxen angepriesen wird. Aber souverän, unterhaltsam und eindringlich sind die Songs vom Reverend & Co größtenteils dennoch. Und im Gegensatz zum Albumtitel hat man es hier auch nicht mit Chaos sondern überhörbarer, handfester Indie-Rock-Musik im Stile der Kings Of Leon, Oasis oder The Hold Steady zu tun.

Anspieltipps:

  • Silence Is Talking
  • Long Long Time
  • No Soap (In A Dirty War)
  • The End

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