The Temper Trap - Conditions - Cover
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The Temper Trap Conditions


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Australier lassen sich stilistisch schlecht einordnen, sind aber sicher noch nicht am Ende ihrer Möglichkeiten angekommen.

Die deutsche Band Absolute Beginner textete vor einigen Jahren bei ihrem „Liebeslied“: „Und Du fragst Dich, kann man auch Tracks heiraten in Dänemark“? Diese Frage stellt sich, wenn man die Single „Sweet Disposition“ der Band The Temper Trap zum ersten Mal hört: Eine echte Hymne, welche die Fans der frühen U2 neidisch machen könnte: Das Falsett des Sängers Dougy Mandagi jubiliert und mit sehr geschickten „Laut-Leise“ Wechseln brennt sich die Melodie und der Song nachhaltig ins Gedächtnis. Die dazugehörige Radiorotation entfachte das allgemeine Interesse an den vier Australiern, die mit dem renommierten Produzenten Jim Abbiss (Placebo, Arctic Monkeys) ihr Debüt aufnahmen.

The Temper Trap schwelgen zeitweise in Indie-Rockgefilden bei „Down River“, „Science of Fear“ und „Fader“, weil die Melodie schön vom Drums und Gitarren, aber auch Keyboard angetrieben und Tempo gemacht wird. „Science of Fear“ rockt noch etwas stärker, der gute Sänger singt plötzlich merklich tiefer und so bildet sich der musikalische Gegensatz zu den sehr sanften Popsongs „Love Lost“ und „Soldier on“. Die Australier lassen sich stilistisch schlecht einordnen, da wird das Tempo und der Stil zu stark variiert und natürlich hauptsächlich auf die zweifellos vorhandenen zahlreichen stimmlichen Varianten des Leadsängers verlassen, was sicher keine schlechte Idee ist.

Nicht alle der Kompositionen der vier Musiker überzeugen sofort, aber nach einigen Hördurchgängen schleicht sich nicht nur das kongeniale „Sweet Disposition“ ins Ohr. Die musikalische Vielfalt belegt, dass mit „Fools“ eine sanfte Pop-Perle präsentiert wird und dann wieder Power-Pop und sogar rockige Elemente serviert werden. Diese Abwechslung lässt nie Hörlangeweile aufkommen und so fördert diese Debüt-CD immer neue musikalische Überraschungen zutage.

Nicht jeder Song lässt den Funken überspringen, das braucht ein wenig Zeit und sicher sind The Temper Trap noch nicht am Ende ihrer Möglichkeiten angekommen, aber dieses erste Lebenszeichen lässt auf weitere schöne Momente hoffen.

Anspieltipps:

  • Love Lost
  • Sweet Disposition
  • Fader
  • Fools

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