Michael Jackson - The Stripped Mixes - Cover
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Michael Jackson The Stripped Mixes


  • Label: Motown/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Lieber Michael, lange bist du noch nicht unter der Erde, dein musikalisches Erbe wird aber bereits vom ersten Tag deines Todes am 25. Juni 2009 wie wild ausgeschlachtet. Und damit ist nicht gemeint, dass die weltweiten Charts seit Wochen mit Jacko-Singles und -Alben dominiert werden, sondern die gnadenlose Geschäftemacherei deiner Familie und sogenannter Fans auf eBay und Co. Dass sich nach und nach auch Plattenfirmen aller Art mit vermeintlichen Neuveröffentlichungen etwas vom großen Kuchen abschneiden wollen, ist dagegen ein erwartetes Übel.

Eines der ersten Alben mit bisher unveröffentlichtem Material ist „The Stripped Mixes“ aus dem Hause Motown/Universal. Darauf hören (und sehen) wir Michael Jackson als kleines, süßes Kind im Alter von zehn Jahren mit Afrofrisur, Kartoffelnase (wie ihn sein Vater Joe immer verspottete) und schon damals herausragender Stimme. Für „The Stripped Mixes“ wurden original 70er-Jahre-Studioaufnahmen (solo und zusammen mit den Jackson 5) für das Motown Label so bearbeitet, dass der Fokus auf das wesentliche dieser Sessions gerichtet wurde: Michael Jacksons Stimme und die vokalen Harmonien seiner Brüder.

Das Ergebnis ist eine Wiederentdeckung von großen Hits wie „I’ll be there“, „Ben“, „I want you back“, „ABC“ oder „Ain’t no sunshine“, die durch die Neuabmischungen wie eine noch nie gehörte Form von Unplugged-Versionen klingen. Die Instrumentierung wurde bis auf die Knochen ausgezogen und auf das Nötigste beschränkt. Über diesem dezenten Rhythmusgerüst liegt die Stimme des blutjungen Jackos, der schon vor 40 Jahren erstaunliche Phrasierungen drauf hatte und eine Ausdruckskraft besaß (grandios: „I want you back“ und „ABC“), die ihn wie eine Miniaturausgabe des großen James Brown klingen ließ.

„The Stripped Mixes“ ist ein sehr interessantes Album für all diejenigen, die sich erst jetzt für den jungen Michael Jackson zu interessieren beginnen. Die hier vertretenen Songs aus den Jahren 1969-1976 sind vollkommen vom üblichen Motown-Pomp befreit und konzentrieren sich rein auf die Stimmen der Jacksons. Fazit: Eine ideale Ergänzung zur bereits erschienenen „The Motown Years 50“-Compilation (08/2008).

Anspieltipps:

  • ABC
  • I’ll be there
  • Darling dear
  • I want you back
  • Ain’t no sunshine

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