Ingrid Michaelson - Everybody - Cover
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Ingrid Michaelson Everybody


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Freundlich, nett und angenehm mit der einen oder anderen wunderschönen Melodie.

Die Zeit ist reif für eine neue Generation weiblicher Popstars, die sich musikalisch in der Songwriter-Ecke positionieren und damit mehr Anspruch und Niveau einbringen. Eine schöne Entwicklung, bei der Namen wie A Fine Frenzy, Colbie Caillat, Lenka, Marit Larsen, Lily Allen, Maria Mena und Ingrid Michaelson erwähnt werden sollten. Letztere holt nach ihren Studioalben „Slow The Rain“ (01/2005), „Girls And Boys” (09/2007) und „Be OK” (10/2008) mit „Everybody” (08/2009) bereits zum vierten Mal zum Angriff auf die Charts aus – und zwar immer mit leichtem Vorsprung zu den Veröffentlichungsterminen in Europa.

Ein Grund dafür ist, dass Ingrid Michaelson in den USA bereits ein kleiner Star ist. Die Lieder der New Yorkerin erreichten im Windschatten der TV-Serie „Grey’s Anatomy“ ein breites Publikum, so dass allein von „Girls And Boys” mehr als 300.000 Einheiten abgesetzt werden konnten. Dieser Erfolg ist außerhalb der USA noch nicht wiederholt worden und so folgt nach dem in Deutschland überhaupt nicht promoteten „Be OK” mit „Everybody” schon Album Nummer vier.

Ingrid Michaelsons Ursprünge liegen in der klassischen Singer/Songwriter-Musik mit leichtem Folk-Pop-Einschlag, bei der nicht mehr als eine Stimme und ein Instrument benötigt werden, um Atmosphäre zu erzeugen. Diesem Grundsatz versucht Michaelson auch auf „Everybody” zu folgen, wie in Songs wie „Are we there yet“, „Sort of“, „The chain” oder „Men of snow” zu hören ist. Allerdings fällt an einigen Stellen auf, dass der Mainstream langsam aber sicher auch auf die 30-Jährige abfärbt. Das fängt an bei den Arrangements, die bei einigen Stücken auf „Everybody” deutlich üppiger ausgefallen sind, geht über die damit einhergehenden Instrumentierung, die auf einer vollständigen Backing Band und dem Einsatz von Streichern aufbaut, was in fühlbar poppigeren Melodien mündet („Soldier“, „Everybody“, „Mountain and the sea“, „Once we love“, „Maybe“).

Keine Frage, das alles klingt durchgehend freundlich, nett und angenehm und bringt in der Tat auch die eine oder andere wunderschöne Melodie zum Vorschein. Echte Langzeitwirkung geht von „Everybody” allerdings nicht aus. Dazu fehlt einfach der besondere Kick, den Ingrid Michaelson mit ihren Songs nicht dauerhaft vermitteln kann. Mit ihrem vierten Album pendelt die New Yorkerin zwischen Indie-Pop und den Versuchungen des Mainstreams. Diese Zerrissenheit merkt man dem Album an.

Anspieltipps:

  • Soldier
  • The chain
  • Locked up
  • Everybody
  • Men of snow

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