Broadway Calls - Good Views Bad News - Cover
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Broadway Calls Good Views Bad News


  • Label: Sideone Dummy/CARGO
  • Laufzeit: 35 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Debüt-EP „Call The Medic“ aus dem Jahr 2006 und zahlreiche mitreißende Live-Shows in der amerikanischen Heimat ebneten dem Trio Broadway Calls aus der Nähe von Oregon einen Weg, der vier Jahre nach Bandgründung einiges vorweisen kann. In den USA spielten Broadway Calls als Support für Rancid und Bad Religion, in Europa vor einigen Monaten eine Tour mit Alkaline Trio, um zuletzt im Blasting Room-Studio mit Descendents-Drummer und Produzent Bill Stevenson (u. a. Black Flag, Rise Against) am Zweitwerk „Good Views, Bad News“ zu werkeln. Gut vorgelegt wurde bereits mit dem selbstbetitelten Debüt, wo zwar gängiger Pop-Punk vorherrschte, dafür aber höchst prägnante Hooklines bereit hielt und auch die balladesken Einlagen überzeugen ließ.

Nun aber zum aktuellen Album der Pop-Punker, die zunächst auch auf „Good Views, Bad News“ alles richtig machen. Der furiose Auftakt startet mit „Midnight Hour“ und treffsicheren Riffs, wuchtigen Drums und melodischem Gesang, der hier und da in typischen, mehrstimmigen Sing-a-longs mündet. Sänger/Gitarrist Ty Vaughn prägt mit seiner markanten Stimme auch mit raueren, doch stets melodiereichen Facetten die höchst eingängigen Songs, welche man so schnell nicht mehr aus dem Ohr bekommt. Vor allem die große Hitdichte hebt Broadway Calls von einigen handwerklich genau so ausgereift agierenden Genre-Nachbarn ab, wie man während der ersten drei Tracks wunderbar feststellen kann. Doch was man sich schon nach dem Debütalbum fragte, findet nun zumindest ansatzweise eine Antwort. Wie lange hält das Songwriting-Gespür die Songs des Trios auf Kurs und hebt sie hervor auf dem nach wie vor florierenden Pop-Punk-Markt?

Da „Good Views, Bad News“ exakt das selbe Rezept wie der Vorgänger verarbeitet, wird anschaulich klar, wie einige Songs doch in der Qualität nachlassen und somit der bisherige, grandiose Lauf ins Stocken gerät. „Basement Royalty“ klingt zum Beispiel trotz ausstrahlungskräftiger Instrumentierung wenig inspiriert und lässt den Refrain recht schnell abgemagert am Wegesrand stehen. In einem engen Feld wie dem Pop-Punk kommt es auf Nuancen an und die reichen auf dem Zweitwerk nicht aus, um es mit dem Debüt aufzunehmen. Dafür fehlt das durchgängige Gespür im Songwriting und eben die Hitdichte. Besonders in der zweiten Hälfte stechen nur noch wenige Songs heraus, wobei wir es dennoch mit einem Album zu tun haben, das jede Menge Freude verbreitet und zumindest Genre-Liebhaber nachhaltig begeistern dürfte.

Anspieltipps:

  • Be All That You Can´t Be
  • Election Night
  • To The Sheets
  • Wake Up Call

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