Lovvers - Ocd Go Go Go Girls - Cover
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Lovvers Ocd Go Go Go Girls


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 33 Minuten
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3.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

In unbestimmten Abständen ist die Zeit reif für etwas vollkommen Neues oder eine noch nie da gewesene Fusion zweier oder mehrerer Stilrichtungen, die anschließend einer Etablierung bedürfen. Der in der Mitte der 70er Jahre entstandene Punk und sein erhobener Mittelfinger war sicherlich eines dieser Genres, welches in Erscheinung getreten ist, weil die gesellschaftlichen Umstände zu jener Zeit einfach nach etwas rotzigem und komplett gegensätzlichem zu den glatt gebügelten Rock- und Popbands verlangt haben. Die Musik war einfach gehalten, die Produktion, wenn überhaupt von einer gesprochen werden konnte, mittelmäßig bis schlecht und das Einzige worauf Wert gelegt wurde waren die Texte. Leicht zu merken und einfach zu rekapitulieren sollten sie sein, was vor allem Vorzeige-Punkrocker wie die Ramones, The Clash oder die Sex Pistols vorführten.

Mit der 2008 erschienenen EP „Think“ haben Lovvers (die zwei „v“ haben ästhetische Gründe) einen in der Presse recht wohlwollend aufgenommenen Vorboten für das nun veröffentlichte Full Length-Album „Ocd go go go girls“ vorgelegt und werden mit ihren Lo Fi-Gebärden als die Reinkarnation der oben genannten Punktruppen gebrandmarkt. Dumm nur, dass kein einziger Song des Debüts epochalen Anspruch besitzt, sondern die stets übersteuerten Punk-Nummern einfach nur mächtig auf die Nerven gehen. Dabei ist es nicht unbedingt die absichtlich mies klingende Produktion, denn der rohe Gitarrensound besitzt durchaus Charme und ein paar der Melodien sind ganz nett, aber das ebenfalls stark verzerrte Organ Shaun Henchers ist auf Dauer einfach nur lästig.

Dass es auch anders geht, zeigen Bands wie The Black Keys (z.B. „Attack and release“ vom März letzten Jahres) jedes Album aufs Neue, denn im Gegensatz dazu hat man bei Lovvers einfach nur das Gefühl, sie würden von ihren mittelmäßigen Songs alleine durch die konsequente Übersteuerung erwarten gut zu werden, was nach mehreren Durchläufen immer lächerlichere Züge annimmt. Nein, „Ocd go go go girls“ ist nicht die Wiederauferstehung des Punk in seiner Urform und Lovvers sind nicht die Ramones. So einfach ist das.

Anspieltipps:

  • Four Count
  • 100 Flowers
  • Alone With A Girl

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