Sleeping States - In The Gardens Of The North - Cover
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Sleeping States In The Gardens Of The North


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Werk voll entrückter Schönheit und Melancholie zu schaffen, das nicht sofort in seiner Schwermut untergeht, ist sicherlich ein schwieriges Unterfangen. Zwar gibt es mittlerweile ein paar altbekannte Anlaufstellen für diese in herbstliche Farbtöne getauchte Musik, aber natürlich ist es immer wieder spannend neue Künstler zu entdecken und andere Facetten kennen zu lernen. Sleeping States alias Markland Starkie aus Bristol gehört zu dieser Gattung. Mit seinem Erstling „There the open spaces“ (11/2007), der bei dem kleinen Indie-Label Tome Records erschienen ist, konnte er zwar noch nicht für wirklich viel Aufregung sorgen, für den Nachfolger „In the gardens of the north“, der nun beim Labelkollektiv Cooperative Music veröffentlicht wird, dürften die Zeichen allerdings besser stehen.

Mit weit ausholenden Panoramamelodien und schwärmerisch-lyrischen Vocals versetzt er den Hörer anfänglich nicht nur in einen Zustand allumfassender Glückseligkeit, sondern präsentiert so auch seine zerbrechlichen Gedanken über Literaten wie Kafka oder Sebald. Doch ganz einfach macht es der werte Herr Starkie seinen Hörern dann doch nicht und baut einige Falltüren in den ruhigen Gestus seiner Kompositionen ein, die dann nicht selten unerwartet schräge und windschiefe Formen annehmen, ganz so als würden die Farben eines wunderschönen Gemäldes plötzlich beginnen von der Leinwand zu fließen.

Damit versetzt Markland seinen Songs einen flüchtigen Charakter, die trotz ihrer offenkundigen Gelassenheit rastlos umher wandern, während der stellenweise einkehrenden Monotonie ein Schnippchen geschlagen wird und Markland ganz bewusst manch zweistimmige Gesangsharmonie mit nervösen Crescendos oder wabernden Klangflächen ad absurdum führt. Inmitten dieser zwischen hell und dunklen Schattierungen pendelnden Kompositionen schleicht sich mit „Gardens of the south“ zudem eine reinrassige Popnummer im Stil der 50er Jahre hinein, die jedoch äußerst deplatziert wirkt. Sleeping States zweiter Longplayer ist daher keine leichte Platte für zwischendurch, sondern eine für die viel Interesse und Gegenliebe aufgebracht werden muss, denn so locker und simpel der Opener „Rings of saturn“ auch beginnt, so verdutzt könnte er einen zurücklassen.

Anspieltipps:

  • Rings Of Saturn
  • A Spiral Not Repeated
  • Showers In The Summer

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