Soulsavers - Broken - Cover
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Soulsavers Broken


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 65 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Schwerfällig und herzzerreißend sind viele der Songs auf „Broken“ geworden.

Ein rauschender Hintergrund, vor dem sich langsam sanfte Klavierklänge erheben, bis Streicher einsetzen, die dem Hörer bittere Finsternis vermitteln. Eine heulende, jazzig anmutende Gitarre schreckt den Hörer aus seiner Verträumtheit, der Nebel legt sich und ein lässiges, eingängiges Rhythmusbrett kommt zum Vorschein, wenige Momente später Mark Lanegans tief brummende, unverkennbare Stimme.

„Death Bells“ ist einer der wenigen etwas schnelleren Songs auf „Broken“, dem dritten Album des britischen Duos Soulsavers. Wie auch beim zweiten Longplayer „It's Not How Far You Fall, It's The Way You Land“ (2007) von Rick Machin und Ian Glover sang Lanegan einen Großteil der Songs ein, während er von einigen weiteren Sängern und Sängerinnen unterstützt wird. Als erstes zu nennen wäre da Mike Patton im Stück „Unbalanced Pieces“, der aber fast nur im Refrain in den Hintergrund gemischt zu hören ist, und somit quasi gar keine Akzente setzen kann.

Soulsavers schaffen auch auf ihrem dritten Album ein sphärisches Meer an Melancholie, in das es einzutauchen gilt. Vielschichtig und detailliert ausgearbeitet muten die Songs an, die sich an Stilen wie Soul, Gospel, Rock, Jazz, Country und TripHop orientieren. „I love all kinds of music, which allows me to open all these doors“, sagt Machin zu der Vielzahl an Einflüssen.

Der vierte Song „You Will Miss Me When I Burn“ ist eine tieftraurige Pianoballade, bei der Lanegan ganz groß aufspielt, dezent von Streichern begleitet. Dem gleichen Prinzip folgt das countryeske Stück „Can't Catch The Train“. Es ist keineswegs einfache Kost, wenn das epische „Some Misunderstanding“ den Hörer zu Boden zwingt und ihn erschüttert zurück lässt, mit dem großartigen Gitarrenspiel von Gastmusiker Rich Warren im Nacken, der ein nicht enden wollendes Solo spielt.

In der Mitte des Albums fallen die Frauenchöre auf, welche die Gospelreferenzen aufzeigen und zum letzten Drittel drängt sich eine weitere weibliche Stimme an die Seite von Mark Lenegan: Red Ghost (Rosa Agostino) nennt sich die Dame mit der ebenfalls tiefen, verführerischen Stimme, die insbesondere wegen des Duetts im verstörten Jazz-Blues von „Rolling Sky“ im Gedächtnis bleibt.

Die tiefschwarze, fast hoffnungslose Stimmung fesselt den Hörer, sie fühlt sich an wie die dunkelste Nacht, aus der es kein Entkommen gibt. Schwerfällig und herzzerreißend sind viele der Songs auf „Broken“ geworden, dessen einziger Schwachpunkt die für ein solches Album vielleicht etwas lang geratenen 65 Minuten sind.

Anspieltipps:

  • Unbalanced Pieces
  • You Will Miss Me When I Burn
  • Some Misunderstanding
  • Rolling Sky
  • By My Side

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