Collective Soul - Collective Soul - Cover
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Collective Soul Collective Soul


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach 15 Jahren und der ein oder anderen Platin-Platte muss man sich selbst und den anderen eigentlich nicht mehr viel beweisen. Das dachten sich wohl auch Collective Soul, betitelten auch ihr neues Album wieder nach sich selbst, dass Fans sich mit dem Albumtitel „Rabbit“ helfen, um zu unterscheiden. Auch wenn immer wieder Grunge und Hard-Rock als Wurzeln genannt werden, will der moderne Hörer das nicht glauben, wenn er „Rabbit“ hört. Dieses Album bietet schlichtweg Alternative-Rock, den Nickelback immer versprachen, dann am Ende aber zu pathetisch herüberbrachten. Sicherlich werden einige von der sanften Seite der Collective Soul enttäuscht sein, aber eine vierzigminütige Reise durch den neuen Langspieler beweist, dass die Jungs ihr Handwerk immer noch verstehen.

Der Opener „Welcome All Again“ straft erst einmal alle, die sich dem Album nicht mehr hingeben wollen, weil die Songwriter-Saite diesmal mehr angeschlagen wird, als die rockige. „Welcome All Again“ rockt im 16:9-Stil durch die Zimmer der Nationen und erfreut sich an der eigenen Klasse mit fast schon verbotener Stringenz. Nach einer knappen Minute des Aufwärmens darf der geradlinige Rocker die Herzen stürmen und erinnert an die eigene Klasse. Fast schon im Stile von Weezer wird der Spaß in den Vordergrund gerückt, ohne wie eben genannte Band das Konzept ausd den Augen zu verlieren. Den Hauptteil machen so relaxte Tracks wie das poppig angehauchte „Fuzzy“ aus. Hier wird vom Gas gegangen und es wird nicht gestresst. Das bietet wenig Höhepunkte, präsentiert sich jedoch auf einem Niveau, das mehr als erträglich ist.

Auch wenn man nicht mehr so hart wie früher ist, sind Lieder wie „Dig“ und „You“ eben solche, die den Radioalltag gewaltig aufwerten würden. Gerade Letzteres könnte sich problemlos auf das neue U2-Album einschleichen und zu den stärkeren Nummern gehören. Dieser Rock, dem die 15-Jahre-Marke doch immer wieder anzuhören ist („My Days“ ist ein exzellentes Beispiel“, wirkt authentisch und doch noch nicht altbacken. Er wirkt nicht wirklich frisch, aber auch nicht erzwungen Retro. Collective Soul machen einfach Spaß. Spätestens das herrliche „Understanding“ lässt den letzten Kritiker verstehen, dass Collective Soul schlichtweg zu viel schöne ruhige Songs in Petto hatten, um sie nicht aufzunehmen. Das jetzt alles auf einem Haufen kommt, ist zwar irritierend, schmälert den Klang aber nicht zu drastisch.

Bei so viel positiver Energie vergibt man dann auch, dass „Staring Down“ wie eine bloße Fortsetzung des Ausklangs des letzten Stückes klingt. Es kann ja nicht alles Gold sein, was glänzt. Bequem rockt man sich durch die vierzig Minuten, ohne das großartig Adrenalin verströmt wird. In dieser Hinsicht haben Collective Soul diesmal natürlich (gewollt) versagt. Spätestens die „Hymn For My Father“ beweist diesen Eindruck. Es lag schlichtweg im Interesse, das emotionale und sanfte Element in den Vordergrund zu rücken. Gleichzeitig wollte man sich nicht in allzu pathetischen Hymnen verlieren. So fehlen letzten Endes die Höhepunkte, doch in musikalischen Höhen befindet man sich trotzdem ab und an, auch wenn man es nicht immer merkt. Die Rückkehr in die Top 40 der USA ist auf jeden Fall verdient, denn Collective Soul sind eines ganz sicher geblieben: Eine gute Alternative!

Anspieltipps:

  • Welcome All Again
  • You
  • Understanding

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