The Black Crowes - Before The Frost... - Cover
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The Black Crowes Before The Frost...


  • Label: Silver Arrow Records
  • Laufzeit: 54 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Was machen denn die Black Crowes neuerdings für Sachen? Beschreiten sie als vermeintlich altmodische Band plötzlich moderne Wege, indem sie einen Teil ihres Albums nicht auf CD anbieten und ersatzweise als Download anbieten oder geben sie sich bewusst altmodisch, weil ihr neues Werk „Before The Frost... Until The Freeze“ ausschließlich in der guten alten Vinyl-Version komplett mit allem Drumherum zu kaufen ist? Schwer zu sagen, denn so richtig schlau ist man aus den schwarzen Krähen aus Atlanta, Georgia noch nie geworden.

Sei’s drum. Freuen wir uns lieber darüber, dass im mittlerweile 20. Jahr ihres Bestehens (inkl. vierjähriger Auszeit) – und gerade mal 18 Monate nach dem letzten Studioalbum „Warpaint“ – schon wieder neues Songmaterial der reizbaren Robinson-Brüder zur Verfügung steht. Dieses wurde innerhalb von fünf Nächten in den Levon Helm Studios in Woodstock, New York auf Band gebracht, wobei die finalen Aufnahmen vor einem ausgewählten Publikum und somit in echter Live-Atmosphäre stattfanden.

Wie schon auf dem Vorgänger schwelgen die Black Crowes mehr denn je in bluesigen Gefilden, die mit der Härte ihrer ersten Alben nichts mehr zu tun haben. Der Hörer darf einer bis in die letzte Pore entspannten Band lauschen, die nach über 20 Millionen verkauften Tonträgern niemanden mehr etwas beweisen muss. Aus diesem Grund kann in Songs wie „Been a long time (waiting on love)“, „I ain’t hiding“ und „Kept my soul“ ausgiebig gejammt und generell weniger Wert auf eingängige Hooks und Melodien gelegt werden. Ganz klar, die Zeiten haben sich geändert, seitdem die Black Crowes auf ihrem eigenen Label Silver Arrow Records veröffentlichen und keinen (Major-)Druck mehr bekommen, Hitsingles abliefern zu müssen.

Das freut uns für die bärtigen Herren aus dem Südosten der USA, doch grundsätzlich könnte den Black Crowes etwas mehr Feuer unterm Hintern nicht schaden. Denn auf ihrem achten Studioalbum lassen sie es doch arg indolent und verdächtig entspannt angehen („And the band played on“), als hätten sie die eine oder andere Sportzigarette zuviel geraucht. Das hat zwar auch seine Reize, aber nur bedingt das Potenzial, den geneigten Hörer vom Stuhl zu reißen. Deshalb gilt für „Before The Frost...“: Ein gutes, aber bei weitem kein überragendes Black-Crowes-Album.

Anspieltipps:

  • Appaloosa
  • I ain’t hiding
  • Last place that loves lives
  • Houston don’t dream about me
  • Been a long time (waiting on love)

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