Robin Trower - What Lies Beneath - Cover
Große Ansicht

Robin Trower What Lies Beneath


  • Label: Evangeline/SOULFOOD
  • Laufzeit: 42 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Briten haben eine Menge guter Gitarristen hervorgebracht und dieser Mann gehört sicherlich dazu. Früher Mitglied von Procol Harum, hat sich Robin Trower früh von den Zwängen der Band losgelöst und die Solokarriere eingeschlagen. Mittlerweile 64 Jahre alt und weiterhin sehr kreativ. Letztes Jahr veröffentlichte er zusammen mit Jack Bruce (Cream) Seven Moons und dieses Jahr gibt es wieder ein Soloalbum.

Zuerst fällt das ungewöhnliche Booklet auf. Es ist nicht wie üblich mit Fotos oder Liedtexten, sondern mit einem Studioreport versehen. Dieser dokumentiert mit kurzer täglicher Berichterstattung von der Entstehung des Albums. Dabei wird schnell klar, dass Trower nur die Grundgerüste der Songs mit ins Studio gebracht hat und der Rest durch Improvisationen und ständige Überarbeitungen von Tag zu Tag ergänzt und verbessert wurde.

Der Rockanteil in Trowers Musik ist deutlich zurückgeschraubt worden und es dominieren ruhigere, leicht melancholische Kompositionen. Seine Leadgitarre spielt er sehr emotional und spontan, aber gleichzeitig setzt er die Noten mit viel Obacht ein. Der Gitarrensound ist weder blusig rein noch rockig verzerrt, sondern vielmehr irgendwo dazwischen anzusiedeln. Auch die Stimme ist seicht und trägt eine Traurigkeit in sich, die zur Musik passt. Verrückterweise klingt das alles trotzdem nicht wirklich nach Blues, jedenfalls nicht im klassischen Sinne, wie auf dem Album „Another Days Blues“ (2005). Obwohl die Merkmale der Musik klar auf Blues hinweisen, greift der Ansatz tiefer. Vielleicht soll uns der Titel „What Lies Beneath“ genau das verdeutlichen. Das wunderschöne Albumeröffnende instrumentale „Wish You Were Mine“, das mit Streichinstrumenten untermalt wird, oder das verträumte „Once The Spell Is Broken“ untermauern diese Stimmung des Albums.

Flottere Songs mit ein wenig mehr Rockanteilen sind ebenso vorhanden. Spaß macht das leicht funkige „Freefall“, etwas rockiger aber nicht wirklich überzeugend ist „Sleeping On The Moon“. Einige Lieder versinken ein wenig im Mittelmaß oder anders gesagt: sie leben mehr von der Stimmung als der Vielseitigkeit. Trotzdem oder gerade deshalb präsentiert sich die Musik als ein gelungenes Ganzes. Das Album ist nicht unbedingt für Bluespuristen geeignet. Dafür beweist Trower, dass er nicht still steht, seinen Sound weiterentwickelt und sehr unterschiedliche Alben komponieren kann.

Anspieltipps:

  • Wish You Were Mine
  • Freefall
  • Once The Spell Is Broken

Neue Kritiken im Genre „Blues“
Diskutiere über „Robin Trower“
comments powered by Disqus