Chuck Prophet - Let Freedom Ring! - Cover
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Chuck Prophet Let Freedom Ring!


  • Label: Cooking Vinyl/INDIGO
  • Laufzeit: 39 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Es geht besser! Ob die Musik von Mr. Prophet himself stammt oder anderen Musikern.

Chuck Prophet. Was für ein Name! Und wenn man dann noch die ausgezeichneten zu seinem letzten Album sieht, muss das doch der Hammer sein, der sich da auf Silberling oder Vinyl versteckt. Letztes Album ist und bleibt aber nun mal letztes Album und so muss sich jetzt das neue Material erst einmal beweisen. Also bitte her damit! Was macht „Let Freedom Ring!” so besonders?

„Sonny Liston’s Blues” eröffnet den knapp vierzigminütigen Reigen. Eingängige Melodie, genug Gitarren, eine Stimme, die mehr spricht als singt und noch eine ganze Menge Blues. Das ist nett, das ist auch recht authentisch, doch umhauen tut es niemanden. Kein Grund vier Sterne im Akkord zu vergeben. Zum Warmwerden wird solide Kost geliefert. Das Album wird neben der rockigen Note von einer guten Portion Folk begleitet, was sich gleich in „What Can A Mother Do“ niederschlägt. Auch dieser Track ist lieblich, jedoch ohne die eigene Marke und verliert sich im Allerlei der heutigen Musik, wenngleich hier kein Mainstream angepriesen wird. Die rockigere Seite steht dem Mann mit der markanten Stimme besser und die Authentizität, die wie schon im Opener auch bei „Where The Hell Is Henry?“ auftaucht und tolle Hausmannskost bietet, die aber eben doch nur Hausmannskost ist.

Da sind Background-Vocals, die den „Indie-Charakter“ unterstützen sollen, doch ein Effekt wie bei Arcade Fire oder auch „Lost!“ von Coldplay werden nie erreicht und das hat nichts mit der bewusst nicht vorhandenen Stadionatmosphäre zu tun. Der Titelsong vereinigt dann so ziemlich alles, was Chuck Prophet zu bieten hat: Klatschen, Backvocs, freier Gesang, Contrygitarren mit tollen Soli und eine gute Portion Folk. Am Ende entsteht aber kein Meisterwerk, sondern nur ein wirklich guter Track. Es kommt einem einfach vor, als wären die Melodien schon bekannt oder würden ziemlich schnell Wiederverwendung finden, wie das Klavier bei „American“, welches „Let Freedom Ring!“ frappierend ähnelt.

Momente zum Verlieben sind natürlich genug vorhanden und Prophet beweist, dass er ein fähiger Musiker ist. So passt die Harmonika in „Barely Exist“ super und „Hot Talk“ ist ein Ear Catcher, der für einfachere Gemüte und Events auf jeden Fall hochwertig ist. Auf Dauer sind die Tracks allerdings nicht die erste Wahl. Besonders der recht einseitige Gesang Prophets limitiert ihn und seine musikalischen Ausflüge. Wen die Abwechslungslosigkeit nicht stört, der wird ein stimmungsvolles Werk in den Händen halten, mit „Let Freedom Ring!“. Ganz große Fans des Indie-Rocks sehen dieses Album vielleicht als gute Ergänzung zum letzten Moneybrother-Output und einigen anderen. Neulinge dürften auch nicht enttäuscht sein und doch sollte im Hinterkopf klar sein: Es geht besser! Ob die Musik von Mr. Prophet himself stammt oder anderen Musikern.

Anspieltipps:

  • Let Freedom Ring!
  • Good Time Crowd
  • Leave The Window Open

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