Curtis Stigers - Lost In Dreams - Cover
Große Ansicht

Curtis Stigers Lost In Dreams


  • Label: Concord/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 54 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Was für den einen irgendwann zur Länge wird, sind für den anderen ganz stresslose Glücksmomente.

Jazz ist so eine Sache. Für die einen ist er berauschend und für die anderen nur Geklimper, das nicht im Ohr bleibt und nicht weiß, wo es hin will. Jazz ist eines der sehr subjektiv geprägten Genres. Ein „Viva La Vida“ hören Leute aller Art, aber Jazz ist schon viel spezieller. Es ist fast müßig, über solche CDs zu sinnieren. Ein Durchgang gibt im groben schon wieder, ob der Interpret die Materie des Jazz versteht und gerade im Fall eines Curtis Stigers ist diese Frage nicht nur überflüssig, sondern geradezu eine Frechheit. Auf dem neuesten Album fehlt zwar die Originalität, da viel gecovert wird, eine Art Jazzexperiment, aber der Weg hinweg vom Pop und zurück zum reinen Jazz ist mehr als gelungen.

Auch wenn dem Album nun natürlich die Würze des Eigenen fehlt, gibt es natürlich in den Neuinterpretationen viel zu entdecken. Nicht jedem wird dies gefallen, aber zur leichteren Widererkennung trägt das natürlich bei. Wer die Beatles leibt, wird schnell „Jealous Guy“ erkennen und Vera Lynn Fans der alten Schule, freuen sich über den Tribut in Form eines Medleys, dass natürlich „We’ll Meet Again“ beinhaltet“. Das Album kennt keinen einzigen Aussetzer und auch wenn einige der Lieder natürlich nicht an die Originale heranreichen, weil ihr Geist nun ein völlig neuer, vielleicht ein wenig zu entspannt ist.

Was für den einen irgendwann zur Länge wird, sind für den anderen ganz stresslose Glücksmomente, in denen typische Jazz-Jams entstehen (welche hier allerdings wirklich auf ein Minimum reduziert sind, dem Pop sei Dank/Groll). Niemand muss sich hier eine Rosine herauspicken, da die Tracks alle weitestgehend auf einem Level stattfinden, was keinesfalls bedeutet, dass sie alles gleich anhört, auch wenn der unwissende Hörer nie darauf kommen würde, welch verschiedene Interpreten hier „verjazzt“ wurden. Tatsache ist: Curtis Stiger meldet sich mit einer knappen Stunde zurück, die sich gewaschen hat und bereit ist, einen in die Clubs auszuführen. Die Jazz-Clubs, bevor es hier zu Missverständnissen kommt. Viel Stil und viel Erinnerung. Viel Spaß!

Anspieltipps:

  • Medley: Vera/We’ll Meet Again
  • Dirty Water
  • Jealous Guy

Neue Kritiken im Genre „Jazz-Pop“
Diskutiere über „Curtis Stigers“
comments powered by Disqus