Celan - Halo - Cover
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Celan Halo


  • Label: Exile On Mainstream/SOULFOOD
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Celan ist eine bunte Mischung aus Musikern unterschiedlicher Bands und Stile. Die beiden Initiatoren des Ganzen sind Sänger und Gitarrist Chris Spencer (Unsane, Cutthroats 9) und Ari Benjamin Meyers (Einstürzende Neubauten, Redux Orchestra) am Keyboard. Die später hinzu gekommene Rhythmusabteilung besteht aus Franz Xaver und Phil Roeder (beide flu.ID). Ergänzt wird das Line-Up vom Gitarristen Nico Wenner (Oxbow). Die Band entstand in Berlin, das Album ebenso und so musste fast schon zwangsweise auch das erste Konzert in Berlin stattfinden.

Gehen wir der Frage nach, wie sich die Band auf ihrem Album präsentiert. Die unterschiedlichen Musikrichtungen und Einflüsse werden zu einem krachenden Noise-Rock-Gebilde zusammengeschmolzen. Es wird nicht lange gefackelt, sondern mächtig nach vorne gerockt. In nur zwei Wochen wurde alles komponiert und eingespielt. Genau diese Spontaneität macht das Album zu einem besonderen Gebilde und zeigt die Kreativität der Band. Es hört sich zwar nach einem Album an, das aus einem Guss ist, aber andererseits doch genug kompositorische Vielfalt bietet und über die 50 Minuten (fast) nicht langweilig wird. Einen großen Anteil daran hat Ari, der meist unauffällig den eher einfachen Songs durch seinen Einsatz an den Tasten mehr Fülle verleiht. Außerdem wird das Tempo ab und zu raus genommen, wie in den Strophen von „It's Low“ oder der komplette Rhythmus durch Sprachsamples in „Train Of Thought“ unterbrochen. Daneben gibt es absolute Rockkracher wie „A Thousand Charms“ und „All This And Everything“, aber ebenfalls schnell entstandene Stücke, die weniger auffallen, wie „Weigh Tag“ oder „Wait and See“.

Der Gesang wird von Hardcore-artigen stets eindringlichen Shouts dominiert, jedoch gibt es auch Raum für etwas ruhigere Gesangsparts („Sinking“) und sogar komplett instrumentale ruhigere Lieder („Washing Machine“, „Lunchbox“). Die beiden letzten haben ein sehr ähnliches Motiv, was mich zuerst zur Annahme führte, dass das eine die Fortsetzung des anderen ist. Erst nach direktem Vergleich werden die Differenzen deutlich. „Lunchbox“ entwickelt sich aber im Gegensatz zu „Washing Machine“ in ein fast schon an Red Sparowes erinnerndes fulminantes und intensives Ende. Nichts desto trotz dauert es einfach zu lang bis der Song seine Entfaltung angeht. Fast sechs Minuten lauscht man einem monotonen Part, bevor die verzerrte Gitarre einsetzt und der äußerst gelungene Abschluss der CD herannaht. Man darf gespannt sein, was diese Band als nächstes hervorbringen wird. Dieses Album ist auf jeden Fall ein erster Schritt in eine interessante Richtung.

Anspieltipps:

  • A Thousand Charms
  • All This And Everything
  • Sinking
  • Train Of Thought
  • Lunchbox

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