A Fine Frenzy - Bomb In A Birdcage - Cover
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A Fine Frenzy Bomb In A Birdcage


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Bomb In A Birdcage“ stellt Alison Sudol alias A Fine Frenzy das zweite Album vor und ist somit der Nachfolger zum letztjährigen Debüt „One Cell In The Sea“. Ein Album, das zwar gefiel und gefälligen Pop mit Hang zum Singer/Songwriter- und Folk-Schöngeist bot, dabei aber an einigen Stellen zu glatt im gut bestückten Genre unterging. Die 24-jährige tourte ausgiebig unter anderem mit Rufus Wainwright, spürte die Härte aufreibender Tourneen noch zuhause und fühlte sich vorerst ausgelaugt. Doch schließlich überwog der Blick nach vorn und der Ehrgeiz, das von anderen Musikern Inspirierte umzusetzen sowie eine andere Seite der auf „One Cell In The Sea“ vornehmlich schwelgerischen, ruhigen Alison Sudol auf einen Tonträger zu bannen.

So ist A Fine Frenzy ein zwingenderes Album gelungen, das mit dem Titel „Bomb In A Birdcage“ zwar mehr Zündstoff verspricht, als es selbstredend einhalten kann. Immerhin sind wir nach wie vor im Radio-Wunderland, das vor allem Pop mit Folk-Einschlag serviert, aber dem Abseitigen mehr Raum lässt. Das Vorhersehbare, in diesem Fall Piano-Balladen und lieblich tänzelnde Gute-Laune-Songs, verzweigt sich des öfteren in beherzten Arrangements, in denen insgesamt deutlich mehr Kantiges zu finden ist als es noch beim Vorgänger der Fall war. So startet „Stood Up“ als hymnischer Pop, in dem psychedelische Synthesizer-Sounds den polierten Streichern entgegen stehen und zum Ende die Stimmung immer mehr kippt, so dass Alisons ansonsten mädchenhaft-wohlige Stimme in angedeutete Schreie übergeht. Dass es auch durchweg kuschelig geht, zeigt das als Kontrast folgende „Beacon“: Eine klassische Piano-Ballade, die Herzen wärmt, gar weihnachtlich im Sommer stimmt und in all der Schlichtheit mit melancholischen Bläsern auf bezaubernde Weise den Longplayer ausklingen lässt.

Während in der Mitte des Albums die Kinderkrankheit des Debüts noch gelegentlich zuschlägt und Beliebigkeit anzutreffen ist, holt ein Großteil der Songs die Kastanien aus dem Feuer, wie neben den bereits oben erwähnten Perlen der nicht zuletzt durch überschwängliche Handclaps erheiternde Country-Pop von „Wouldn´t Do“ oder das mit prägnantem Bass und Funk-Anleihen versehende „Electric Twist“. Doch das sind nur Beispiele, die nicht davon ablenken sollen, dass A Fine Frenzy dank „Bomb In A Birdcage“ im Gesamten eine Steigerung gelungen ist, die sich mit jedem Hördurchgang festigt, den Reiz durch mehr Kontrastpunkte ausbaut und in der die frischen Elemente aus E-Gitarre, Synthesizer und wandlungsfähigeren Arrangements überzeugen.

Anspieltipps:

  • Wouldn´t Do
  • Electric Twist
  • Stood Up
  • Beacon
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