Saltatio Mortis - Wer Wind Sät - Cover
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Saltatio Mortis Wer Wind Sät


  • Label: Napalm Records
  • Laufzeit: 55 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

„Wer Wind Sät“ bringt den Sound, den Bands wie In Extremo bereits seit etlichen Jahren etabliert haben.

Seit einigen Jahren zählen Saltatio Mortis zu den absoluten Aufsteigern in der deutschen Mittelalter-Metal-Szene. Mit dem letzten Album „Aus der Asche“ gelang es der sympathischen Formation aus Baden-Württemberg sogar, sich neben den Größen In Extremo und Subway To Sally auf den Headlinerpositionen der einschlägigen Festivals zu etablieren. Gleichzeitig bleibt ein Vergleich mit genannten Gruppen aber unvermeidlich: während die Frühwerke noch an die elektronischen Klänge von Tanzwut erinnerten, trug „Des Königs Henker“ die düstere Essenz von Subway To Sally in sich, während sich „Aus der Asche“ mit seiner punkigen Ausrichtung an In Extremo annäherte. Die Frage, die sich bei dem neuen Werk also von vornherein stellt, ist zum einen natürlich, ob die musikalische Qualität des Vorgängers wieder erreicht werden würde, und ob die Suche nach dem viel beschworenen „eigenen Stil“ endlich ein Ende finden würde.

Das als Videoclip bekannte „Ebenbild“ eröffnet das Album mit einer typischen Mittelalter-Metal Nummer. Der Text erinnert an Rammsteins „Mutter“, ansonsten erklingt überdurchschnittliche Genre-Kost. Eine ganze Spur interessanter ist das orientalisch angehauchte „Salome“, das mit der Zweitstimmme von Metal-Queen Doro Pesch hervorragend funktioniert. Zweifellos bereits ein früher Höhepunkt! Auch „La Jument De Michao“ gefällt, nähert sich allerdings gefährlich dem In Extremo-Sound an.

Vergessen ist das bei „Letzte Worte“. Die unauffällig im ersten Albumdrittel positionierte Halbballade entpuppt sich bereits nach dem ersten Hören als eindeutig bester Song des Albums. Ein auffallend selbstreflektiver Text und eine eingängige Melodie gepaart mit knackiger Härte im Refrain ergeben definitiv einen der besten bisherigen Saltatio-Songs. Mit „Das Kalte Herz“ und „Rastlos“ schließen sich zwei eingängige, leicht punkige Nummern an, die auch auf „Aus Der Asche“ ihren Platz gefunden hätten.

Weitere Höhepunkte in der zweiten Albumhälfte bilden das bitterböse „Miststück“ („Fall doch vom Rand der Erde / Ich wünsch dir guten Flug“), die ruhige Ballade „Aus Träumen Gebaut“ und der Rausschmeißer „Wir Säen Den Wind“, der in die selbe Kerbe schlägt wie in der Vergangenheit „Spielmannsschwur“ und „Uns Gehört die Welt“. Einen Ausfall gibt es auf diesem Album nicht zu hören, lediglich „Tief In Mir“ und „Manus Manum Lavat“ erscheinen als Füller.

„Wer Wind Sät“ bringt den Sound, den Bands wie In Extremo bereits seit etlichen Jahren etabliert haben, zu einer neuen, ungeahnten Perfektion. Archaische Dudelsackklänge, eine gesunde Portion Härte, gepaart mit eingängigen Songs und knackiger Produktion ergeben Mittelalter-Metal wie aus dem Lehrbuch. Spätestens zu diesem Zeitpunkt erscheint die Frage nach einem „eigenen Sound“ als müßig. Saltatio Mortis wollen und können das Rad nicht neu erfinden. Dafür aber veröffentlichen sie mit „Wer Wind Sät“ aus mittlerweile altbekannten Elementen das beste Genre-Album der vergangenen Jahre.

Anspieltipps:

  • Salome
  • Letzte Worte
  • Miststück
  • Aus Trumen Gebaut
  • Wir Säen Den Wind

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