Leaves´ Eyes - Njord - Cover
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Leaves´ Eyes Njord


  • Label: Napalm Records/EDEL
  • Laufzeit: 55 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Oft hat die ehmalige „Theatre Of Tragedy“-Sängerin Liv Kristine herbe Kritik für ihr Projekt Leave's Eyes einstecken müssen: ihre Stimme sei zu dünn für ein Metal-Projekt, die Arrangements mit Streichern zugekleistert und die Kompositionen selbst zu pathetisch, um wirklich ernst genommen zu werden. Dennoch lässt sich kaum von der Hand weisen, dass die Band mit „Elegy“ bisher schon mindestens einen waschechten Hit für sich verbuchen kann. Leider gibt aber auch das neue Album „Njord“ den ewigen Nörglern zweifellos jede Menge Munition für weitere verbale Angriffe.

Bereits der Titeltrack kann nicht wirklich überzeugen. In der Tat wirken die orchestralen Elemente aufgesetzt und die Komposition wenig zwingend. Das größte Problem bleibt aber Liv Kristines Gesang und die Growls von Alexander Krull, die einfach nicht so recht zu den ohnehin eher durchschnittlichen Kompositionen passen wollen. Das gleiche trifft auch auf Songs der Marke „Take The Devil In Me“ und „Through Our Veins“ zu. Zudem lässt den Hörer der Eindruck nicht los, das alles so ähnlich – nur leider schon besser – gehört zu haben.

Besser geht das Rezept auf, wenn sich die Band im knackigen Midtempo bewegt und den Gitarren den Vorrang vor überladenen Arrangements einräumt. So wissen „My Destiny“ und „Northbound“ durchaus zu gefallen, zumal sich der Gesang hier in angenehmen Tonlagen abspielt. Für etwas Abwechslung sorgen auch die Ballade „Irish Rain“ und vor allem die Überraschung „Scarborough Fair“. Der traditionelle Folksong wird durch harte Gitarren und Drums aufgepeppt, ohne dabei an Magie zu verlieren.

Dass für „Njord“ trotzdem keine unbedingte Kaufempfehlung ausgesprochen werden kann, liegt vor allem an der Vielzahl durchschnittlicher Füllnummern und an den Arrangements, die bombastisch klingen sollen, den Kitschfaktor aber gewaltig in die Höhe treiben. Insgesamt also ein eher durchschnittliches Gothic-Metal-Album, das an den gleichen Symptomen wie bereits die Vorgänger leidet.

Anspieltipps:

  • My Destiny
  • Scarborough Fair
  • Ragnarok

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