Jay-Z - The Blueprint 3 - Cover
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Jay-Z The Blueprint 3


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 61 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Nachdem Jay-Zs Vertrag mit dem Def-Jam-Label ausgelaufen war und nicht mehr verlängert wurde, gründete der Rapper die Plattenfirma Roc Nation, die an Atlantic Records (Warner Bros.) angedockt ist. Zu den ersten Signings zählen die britische Girlgroup Sugababes, der in Frankfurt am Main geborene Rapper J. Cole sowie (natürlich!) der Meister selbst, der seinen Einstand mit dem dritten und letzen Puzzlestück seiner „Blueprint“-Trilogie gibt.

„The Blueprint 3“ ist das elfte Studioalbum des New Yorker Rappers, für das er sich Kanye West als Executive Producer ins Boot holte. Zudem tobten sich The Neptunes, Timbaland, No I.D., The Inkredibles und Swizz Beatz an den Reglern aus. Und auch der Blick auf die Gästeliste lässt mit der Zunge schnalzen. Neben den Newcomern wie Kid Cudi, J. Cole und Drake (aus dem Stall von Lil‘ Wayne), tummeln sich auf „The Blueprint 3“ u.a. so illustre Namen wie Alicia Keys, Rihanna, Young Jeezy, Luke Steel, Mr. Hudson und Pharrell Williams. Nicht schlecht!

Als musikalisches Statement hat sich Jays-Z für die heutige Zeit etwas Besonderes ausgedacht. „The Blueprint 3“ soll ein Anti-Auto-Tune-Album sein und damit zurück zu den Wurzeln des HipHop/Rap gehen. Hintergrund: Mit der sogenannten Auto-Tune-Software ist können Töne digital nachkorrigiert werden können. Dadurch ist es sogar solchen „Koryphäen“ möglich, ein anständig klingendes Album aufzunehmen, die in der Regel keinen Ton richtig treffen. Zwar gibt es auch Könner, die mit dem Modul kreativ umgehen, doch meistens wird mit Auto-Tune nur das jämmerliche Geheule unfähiger Popstars für den Konsumenten brauchbar gemacht.

Wie schlimm sich so etwas im unverfälschtem Original anhören kann, zeigt der Track „D.O.A. (Death of Auto-Tune)“, die erste Singleauskopplung, in der zu schiefen E-Gitarrenklängen und der Melodie des 70er-Jahre-Steam-Klassikers „Na na hey hey (kiss him goodbye)“ gerappt wird. Das ist natürlich ein bisschen albern, aber hier kommt es mehr auf die Aussage an. Futter für die Charts gibt es auch mit den Songs „Run this town“, in dem Jay-Z-Protegée Rihanna neben einem kaum zur Geltung kommenden Kanye West einen markanten Gesangspart übernimmt und der schönen New-York-Hommage „Empire state of mind“, in dem die wunderbare Alicia Keys an Piano und Mikro voll überzeugt.

Young Jeezy dominiert „Real as it gets“ mit seiner angerauten Stimme, während „On tot he next one“ sofort als Swizz-Beatz-Nummer zu erkennen ist, was bei der Art und Weise des gewöhnungsbedürftigen Swizz-Beatz-Styles nicht grundsätzlich als gut zu bezeichnend ist. Etwas besser schlagen sich Drake in der Timbaland-Produktion „Off that“ und J. Cole in „A star is born“. Doch richtiges Feuer kommt auch bei den beiden Newcomern nicht auf. Überhaupt „glänzt“ fast der gesamte Mittelpart des Albums mit einem für Jay-Z-Verhältnisse ungewöhnlichen hohen Anteil an Durchschnittskost. Erst zum Schluss erleben wir Jay-Z wieder in Normalform („Reminder“) und mit einer Überraschung: „Young forever feat. Mr. Hudson“ ist eine Coverversion des Alphaville-(!!)-Klassikers „Forever young“, was besonders die deutschen Fans freuen dürfte. Unterm Strich ändert dies aber nichts daran, dass „The Blueprint 3“ der schwächste Teil der ambitionierten Trilogie geworden ist, auf der nur ein Song von wirklich herausragender Qualität ist: Der gemeinsame Track mit Alicia Keys!

Anspieltipps:

  • D.O.A.
  • Reminder
  • Young forever
  • A star is born
  • Empire state of mind
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