Tommy Castro - Hard Believer - Cover
Große Ansicht

Tommy Castro Hard Believer


  • Label: Alligator/In-akustik
  • Laufzeit: 50 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Castro ist ein wahrer Entertainer, er hat ein Händchen für abwechslungsreiche Kompositionen mit reicher Instrumentierung, einer modernen Ausrichtung und der nötigen Balance der verschiedenen Stilrichtungen.

Die Auszeichnung B.B. King „Entertainer of the year“ des Jahres 2008 erntet man nicht ohne Grund. Die Auszeichnung ist Bestandteil der jährlichen amerikanischen Blues Music Awards, die in diesem Jahr zum 30. Mal verteilt wurden. Ausgezeichnet wurde letztes Jahr ebenfalls das vorige Album „Painkiller“ von dem gebürtigen Kalifornier, der seit 1994 fleißig Bluesrock-Alben veröffentlicht. Nun steht sein neues Werk „Hard Believer“ in den Startlöchern.

Die Musik von Castro ist eine moderne Mischung aus Blues, Rock und Soul. Auf der Gitarre spielt er den Blues, doch sein Gesang orientiert sich vor allem am Soul. Überzeugen kann man sich davon im Titelstück „Hard Believer“ oder dem Cover „The Trouble With Soul“. Die CD ist eine 1:1 Mischung aus eigenen und Fremdkompositionen. Die Cover sind aus unterschiedlichen zeitlichen und stilistischen Epochen und erweitern das musikalische Spektrum des Albums. Der Sound orientiert sich am Memphis-Blues, also weniger Melancholie, dafür mehr Lebensfreude und ein breiter Instrumenteneinsatz. Vor allem Blasinstrumente wie Flügelhorn, Posaune, Saxophon und auch die Trompete sind ein wichtiges Puzzleteil des Ganzen. Sie interagieren mit dem Gesang und bereichern die Kompositionen, machen sie lebendiger und ausdrucksstärker.

Die Kompositionen sind Herrn Castro wichtiger als Soloritte der einzelnen Musiker, die ihn auf dem Album unterstützen. Die Gitarre ist nur ein Ausdrucksmittel von vielen und drängt sich nicht ständig in den Vordergrund. Das Zusammenspiel der ganzen Band ist hier entscheidend. Das bedeutet nicht, dass Castro nicht ab und an die Gelegenheit nutzt, um zu beweisen, dass er mit der Gitarre umgehen kann. Der rockige Anfangstrack „Definition Of Insanity” ist so eine Nummer. Es geht aber auch sozialkritischer. In „Trimmin’ Fat“ wird die Zerstörung von Arbeitsplätzen thematisiert und die großen Gehälter von Bossen, mit denen man locker mehrere Arbeitsplätze finanzieren könnte.

Lobenswürdig ist die Produktion der Scheibe, ein wahrlich klarer, schöner Klang, der einem aus den Boxen entgegen schwingt. Castro ist ein wahrer Entertainer, er hat ein Händchen für abwechslungsreiche Kompositionen mit reicher Instrumentierung, einer modernen Ausrichtung und der nötigen Balance der verschiedenen Stilrichtungen. Seine angenehme soulgetränkte Stimme transportiert dazu noch interessante Themen an den Hörer.

Anspieltipps:

  • Definition Of Insanity
  • Hard Believer
  • Backup Plan
  • Trimmin’ Fat
  • Victims Of The Darkness

Neue Kritiken im Genre „Blues“
Diskutiere über „Tommy Castro“
comments powered by Disqus