Lita Ford - Wicked Wonderland - Cover
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Lita Ford Wicked Wonderland


  • Label: EarMusic/EDEL
  • Laufzeit: 65 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„Wicked Wonderland“ ist eine angenehme Überraschung, die viele einer älteren Rock Lady wie Lita Ford kaum mehr zugetraut hätten.

Lita Ford – irgendwie kommt der Name bekannt vor. War das nicht eine 80er Jahre Rock-Röhre? So, oder so ähnlich dürfte es vielen Musikliebhabern gehen, die in diesen Tagen das Album „Wicked Wonderland“ in den CD-Läden entdecken. Und tatsächlich: nach anfänglichen Erfolgen mit den Runaways gelang der britischen Sängerin Anfang der 80er eine durchaus respektable Solokarriere, die nicht nur bislang sechs Studioalben, sondern auch die eine oder andere Hit-Single wie „Close My Eyes Forever“ mit Ozzy Osbourne hervor brachte. Also die britische Doro Pesch? Tatsächlich lassen sich gewisse Parallelen in der Karriere nicht von der Hand weisen. Doch während Metal-Queen Doro in regelmäßigen Abständen in der Szene recht viel beachtete Outputs unters Volk bringt, ist das letzte Album von Lita Ford nun inzwischen deutlich über zehn Jahre her.

Die darauf unweigerlich aufseufzende Rock-Gemeinde, die an dieser Stelle einen weiteren Versuch einer abgehalfterten 80er Ikone vermutet, ihren verblassenden Stern noch einmal zum Leuchten zu bringen, kann an dieser Stelle schon einmal zumindest teilweise beruhigt werden. Das liegt zum einen an den durchwegs rockigen Songs, unter die sich tatsächlich auch der eine oder andere Ohrwurm, gemischt hat. So funktioniert „Scream 4 Me“ als astreine Stadionhymne mit Mitsing-Refrain und „Wicked Wonderland“ als brettharter Titeltrack. Zum anderen daran, dass sich Ford keineswegs auf dem etablierten 80er-Sound ausruht und teilweise erstaunlich moderne Klänge anschlägt: nicht nur die Song Strukturen überraschen teilweise mit unkonventionellen Wendungen („Bed“), auch modernes Riffing und Synthesizer-Sounds haben sich zuweilen eingeschlichen („Everything“).

Dennoch ist auch bei diesem Album nicht alles Gold was glänzt. Zu nennen wären da zahlreiche unspektakuläre Titel wie „Betrayal“ und der Opener „Crave“, denen weniger aufsetzte Härte und etwas mehr zwingende Melodie gut getan hätte. Die Produktion kommt zwar durchaus natürlich und angenehm rau daher, könnte dafür aber eine ganze Ecke transparenter sein, oft wird der Sound insgesamt etwas zu matschig.

Alles in allem ist „Wicked Wonderland“ aber eine recht angenehme Überraschung geworden, die viele einer älteren Rock Lady wie Lita Ford kaum mehr zugetraut hätten. Ford selbst überzeugt nämlich auf diesem Album gesanglich auf ganzer Länge. Zu hoffen bleibt nur, dass wir auf ein weiteres Album nicht wieder vierzehn Jahre warten müssen. Und dann klappt es das nächste mal vielleicht auch mit einer etwas knalligeren Produktion.

Anspieltipps:

  • Scream 4 Me
  • Wicked Wonderland /li]

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