The Raveonettes - In And Out Of Control - Cover
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The Raveonettes In And Out Of Control


  • Label: Fierce Panda/CARGO
  • Laufzeit: 37 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Konzeption der Raveonettes ist pure Ambivalenz. Entsprechend divers fällt die Bewertung ihres Schaffens aus. Entsprechend schwierig tun sich insbesondere Rezensenten damit sie wirklich zu mögen. Zuckersüße Pop-Melodien gepaart mit antiquierter Düsternis; überdehnbar simplifizierte Lyrics und feinste 60’s-Gitarren-Arbeit; überflutetes Verstärker-Feedback mit derber Noise-Wand, Hand in Hand mit zart gesetzten Noten der verträumten Belang- und Harmlosigkeit eines Teenagers. Zuviel für die meisten.

Der seltsame Garagen-Rock der Raveonettes erschwert daher eine eindeutige Stellungnahme, da ihr toller rockabillyesker Sixties-Sound und ihr tendenziell ins melancholisch-leere abdriftender Noise ihrer melodiösen und lyrischen Harmlosigkeit gegenübersteht. Aber genau diese Vereinigung aus wohligem Beach-Boys-Feeling und dröhnender Goth-Depressivität machten sie zu einem „The“-Band-Unikat des 21. Jahrhunderts und lassen sie mit erstaunlicher Beständigkeit ganz fürchterliche und ganz hervorragende Songs auf ihren Alben nebeneinander platzieren.

Hier aber nun überwiegen die besseren. Die dänischen Exilanten aus L.A. und New York haben mit „In And Out Of Control“ ihr bestes Album seit „Pretty In Black“ abgeliefert. Vor allem die hinteren Songs berühren stark die nach vorne gewandte Melancholie unserer Zeit. Allen voran das großartige „Breaking Into Cars“, „D.R.U.G.S.”, „Heart Of Stone” und das sperrig-starke „Break Up Girls!” mit seiner erschlagenden Noise-Wand zu Beginn, bevor die Transformation zu Melodie und Rhythmus langsam von Verstärkern und Technik zugelassen wird, machen ihr 5. Studioalbum im besten Sinne hörenswert. Dazu noch „Gone Forever“ und der Einstieg von „Suicide“ und das Formidable überwiegt das Verzichtbare, wie „Oh, I Buried You Today“ oder „Boys Who Rape“. Der ein oder andere Rezensent wird Fragen: wann endlich, machen die talentierten Raveonettes das perfekte Album? Weiß man um die kategorische Grundsätzlichkeit mit der Sune Rose Wagner und seine singende Bassistin Sharin Foo die beschriebenen Unvereinbarkeiten zu fusionieren versuchen erübrigt sich diese Hoffnung.

Was macht man mit der auf dem ersten Hören eindeutigen Fürchterlichkeit „Boys Who Rape“? Zur Wahl stellen! Natürlich ist das beabsichtigt, aber was das wirklich soll, diese Kindergarten-Melodie und der Gitarren-Fuzz durchdekliniert und auf die kakophonische Spitze getrieben und dazu dieser Text -; wer weiß. Vielleicht ist es ja Sune Rose Wagners und Sharin Foos Gretchenfrage zu The Raveonettes. Wer danach noch nicht abgeschaltet hat erlebt ein tolles Restalbum.

Anspieltipps:

  • Breaking Into Cars
  • D.R.U.G.S.
  • Gone Forever
  • Heart Of Stone
  • Last Dance
  • Break Up Girls!

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