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Beast Beast


  • Label: Avalanche/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Das franko-kanadische Duo Béatrice „Betty“ Bonifassi (Gesang) und Jean-Phi Goncalves (alle Instrumente, Produktion, Gesang), das gemeinsam als „Beast“ firmiert, lässt auf seinem Debütalbum den längst für tot gehaltenen TripHop in einer modernen Version neu auferstehen. Dabei werden neben TripHop Electro, Soul, Jazz und Rock zu einem düster-verspielten Etwas vermengt, das glatt vergessen macht, dass es einstmals Vorreiter wie Tricky, Massive Attack und Portishead gab bzw. gibt.

Bonifassi und Goncalves sind seit gut 20 Jahren im Musikgeschäft und zumindest für Insider keine unbeschriebenen Blätter. So wurde Betty Bonifassi für ihre Interpretation des Titelsong des Animationsfilms „Les Triplettes de Belleville“ für den Oscar nominiert und Jean-Phi Goncalves arbeitete u.a. mit der kanadischen Popsängerin Araine Moffat sowie Lauryn Hill (Ex-The Fugees) zusammen. Seit 2004 musizieren Bonifassi und Goncalves an gemeinsamen Songs, wobei ihre Sessions ursprünglich nur auf Basis eines Experiments begannen. Daraus resultierte eine enge Verbundenheit, die in einer fast zweijährigen Arbeit an ihrem Debütalbum mündete.

Ende 2008 erschien das selbstbetitelte Debütwerk im Fahrwasser der ersten Single „Mr. Hurricane“ (11/2008), die als iTunes-Veröffentlichung allein in Nordamerika mehr als 375.000 Mal herunter geladen wurden. Nach einigen Verschiebungen wird das Album zusammen mit der neuen Singleauskopplung „Out of control“ nun auch bei uns auf den Markt gebracht. Und vielleicht wiederholt sich so das Beast-Phänomen auch in Europa. Denn mit ihren düsteren Electro-Klängen und einer Sängerin, die stimmlich irgendwo zwischen Amy Winehouse und Shirley Bassey changiert, ist die Aufmerksamkeit des Publikums fast schon vorprogrammiert.

Beast lassen auf ihrem Album eine geschickte Down-Beat-Attacke vom Stapel, die nur vordergründig auf ruhig und gemächlich macht. Um sich als Hörer beruhigt zurückzulehnen, sind die eingestreuten Gitarren, Drumbeats und Loops nämlich viel zu drängend und aggressiv. Dazu kommt der latent bedrohliche Unterton im Gesang Frau Bonifassis, mit dem den mitunter sehr eindringlichen Texten Nachdruck verliehen wird. Dieses Konzept greift zwar nicht in allen zehn Songs gleichermaßen gut, doch aus dem täglichen Pop-Einerlei stechen Beast damit locker heraus.

Anspieltipps:

  • Satan
  • Finger prints
  • Mr. Hurricane
  • Out of control

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