Helgi Jonsson - For The Rest Of My Childhood - Cover
Große Ansicht

Helgi Jonsson For The Rest Of My Childhood


  • Label: Material Records
  • Laufzeit: 43 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Vor vier Jahren veröffentlichte Helgi Jonsson (30), ein klassisch ausgebildeter Posaunist und inzwischen zum Multiinstrumentalisten gereifter Songschreiber aus Reykjavik, Island sein Debütalbum „Gloandi“ (09/2005) in Deutschland. Dieses gefiel durch typisch isländisch-verschrobenes Singer/Songwriter-Material, wie man es von Björk oder Sigur Rós kennt. Jetzt legt der zeitweise Wahl-Österreicher mit „For The Rest Of My Childhood“ sein zweites Singer/Songwriter-Album vor, das mit zehn unter die Haut gehenden Balladen aufwartet.

Egal ob sich Jonsson nur an der Gitarre bzw. auf dem Piano begleitet („This solicitude“) oder breitwandigen Progressiver Pop im Radiohead-Stil aufbietet („September“), bei ihm ist jeder Song pures Drama und eine eindringliche Beschwörung. Das kann – so oder so – niemanden kalt lassen. Einigen wird das vertonte Leiden vielleicht too much sein, und Texte, in denen sich Jonsson in Einklang mit der Natur zeigt oder einfach mit Gott spricht, sind sicher auch kein massenkompatibles Liedgut. Dennoch schafft es der Isländer den Hörer zu berühren und an seinem Seelenleben teilhaben zu lassen.

Dazu zaubert der 30-Jährige herzergreifend schöne Melodien aus dem Hut (z.B. „Ashes away“, „Love mind“, „Dry run”, „Lay it down“), wobei man im Hintergrund schon mal hören kann, dass es bei den Aufnahmen geregnet hat, weil der Isländer die Basic Tracks in der Garage seiner Eltern aufgenommen hat („Soft targets“). Aber das passt zu der Art, wie Helgi Jonsson lebt und interpretiert. Er will sich der üblichen Pop-Maschinerie nicht anbiedern, sondern „Kontrapunkte setzen und ein Geflecht feiner Beziehungen zwischen Song, Sound und Text spinnen“. Das macht er wie schon auf dem Vorgänger-Album ganz vorzüglich, auch wenn insgesamt noch Luft nach oben da ist.

Anspieltipps:

  • Dry run
  • Love mind
  • Ashes away
  • Lay it down
  • Digging up a tree

Neue Kritiken im Genre „Singer/Songwriter“
8/10

The Days Of Never Coming Back And Never Getting Nowhere
  • 2017    
6.5/10

Trouble No More: Bootleg Series Vol. 13 (1979-1981)
  • 2017    
Diskutiere über „Helgi Jonsson“
comments powered by Disqus