Like A Stuntman - Original Bedouin Culture - Cover
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Like A Stuntman Original Bedouin Culture


  • Label: Bureau Bureau/INDIGO
  • Laufzeit: 40 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Tödlich verwundet und in der Obhut eines von seinem Stamm ausgeschlossenen Indianers ist William lake auf der Flucht vor drei Kopfgeldjägern, die die Ermordung des Sohnes von Fabrikbesitzer Dickinson rächen sollen. Der Indianer, der sich Nobody nennt, hält Blake für die Reinkarnation des englischen Dichters mit selben Namen und möchte diesen sicher ins Reich der Toten zurückbringen. Blake, der nach einer erneuten Verwundung kaum noch bei Bewusstsein ist, muss sich letztendlich seinem Schicksal fügen und lässt sich von Nobody in ein Kanu legen und treibt von da an raus ins weite Meer.

Soweit die knappe Zusammenfassung des Films „Dead Man“. Das zweite Album der Frankfurter Like A Stuntman beginnt mit dem Erwachen jenen William Blakes und endet mit dessen Fahrt im Kanu. Stilistisch gesehen befindet sich das Album irgendwo zwischen Elektro und Indie und offenbart die Experimentierfreudigkeit der Band. Die Gesangslinien reichen von erfrischend anders bis teilweise sogar abstrus. Wie im Traume William Blakes ertönen im Opener von allen Seiten die Worte „wake up“ in verschiedenen Tonlagen, bevor sich der treibende Rhythmus erhebt. Hier wird klar: es wird kein Wert gelegt auf ausgearbeitete Strukturierung, vielmehr sollen bestimmte Impressionen geweckt werden, die sich meist schon im Titel andeuten. Das funktioniert auch wunderbar im mystischen „Owls“, in dem sich verschiedene Gesangsmotive überlagern und ein beeindruckendes Echo bilden.

Mit Motiven gespielt wird auch bei „On Repetition We Are“. Während die Sänger bei ihrem Thema bleiben ändert sich die Geräuschkulisse im Hintergrund fortwährend. „Off-Flavor“ ist einer der Höhepunkte des Albums. Gerade hat sich das Lied komplett aufgebaut, bricht alles in sich zusammen und das Ende wird eingeläutet; eben so richtig stuntman-like. Poppiger wird’s bei „MC Sensation“, das mit opulenten Percussions aufwartet und eingängige Melodien bietet. Trotzdem bleibt der Probierfaktor erhalten; bloß nicht zu gewöhnlich werden!

Vergleichbares findet sich zur Zeit wenig auf dem Markt und die vertrackten Strukturen und detailverliebten Arrangements laden zum vielmaligen Durchhören der Platte ein. Kenner des Films „Dead Man“ können sich auf nette Interpretationen freuen. Vielleicht benötigt es ein wenig an Geduld um sich an den außergewöhnlichen Stil von Like A Stuntman zu gewöhnen. Deswegen werden sich nicht alle Elektro-Hörer mit „Original Bedouin Culture“ anfreunden können. Freunde experimenteller Musik sollten hier allerdings auf jeden Fall zuschlagen.

Anspieltipps:

  • Off-Flavor
  • On Repetition We Are
  • Owls
  • MC Sensation

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