Dead By Sunrise - Out Of Ashes - Cover
Große Ansicht

Dead By Sunrise Out Of Ashes


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 43 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Finstere Dämonen und zerreißende Selbstzweifel suchen Chester Bennington heim. Um diesen fürchterlichen Schmerzen ein Medium geben zu können, setzte sich der Frontmann von Linkin Park ins Studio. Ein typischer Rockstar eben. Wieso eine Therapie machen, wenn man mit den eigenen Leiden auch einfach Geld verdienen kann? Vier Jahre später erscheint nun das Debütalbum „Out Of Ashes“ der Band Dead By Sunrise. Weil ein Mensch alleine natürlich niemals solch große Hürden alleine nehmen könnte, schnappte sich Bennington für diese Selbsttherapie Ryan Shuck, Amir Derakh (beide Julien K-Mitglieder), Brandon Belsky, Elias Andra und Anthony Valcic. Musiziert wurde gemeinsam. Die Lyrics stammen jedoch allesamt aus der Feder des polarisierenden Sängers. Laut Warner Bros. Presserelease befreie sich Chester Bennington auf diese Art und Weise von „… seinem Schmerz und seinen persönlichen Dämonen“. Trotz dieser furchteinflößenden Einleitung, brauchen ängstliche Musikliebhaber während dem Hören keine Decke über den Kopf ziehen.

Zu erwarten ist also ein intensives, ehrliches und authentisches Musikerlebnis. „Fire“ entfacht das Feuer allerdings nur mäßig. Zu Beginn erinnert der Song an einen durchschnittlichen „Angels and Airwaves“-Titel. Um Herrn Bennington aber gerecht werden zu wollen: Ein Angels and Airwaves-Titel mit ordentlicher Gesangsleistung. Der Opener zählt in der Folge aber zu den besseren Titeln. „Crawl Back In“ handelt (und so steht es tatsächlich im Pressetext) vom „… Wunsch niemals geboren zu sein“. Autsch. Ganz so depressiv wirkt der Titel aber eigentlich nicht. In der Folge herrscht die Langeweile. „Too Late“, „Inside Of Me“, „Let Down“ und „Give Me Your Name“ lassen in keinen Momenten Linkin Park Qualitäten aufblitzen. Eher schwebt über dem Großteil der Titel eine klinische Wolke, auf der ein mechanisch wirkender Produzent sitzt. Er wirft mit „Teeny-Emo-Lyrics“ nur so um sich. Kostprobe gefällig? „What the hell is wrong with me / This isn’t who I’m supposed to be“, oder „ I wanna cut through my skin (…) my heart burns like the sun (…) in the darkness / my heart aches at the sight of you“. Es scheint kein Zufall zu sein, dass Produzent Howard Benson, welcher zuletzt u. A. mit My Chemical Romance gearbeitet hat, diese unzähligen lyrischen Fauxpas übersehen hat. Von einem Mann wie Chester Bennington kann man in Texten, die dessen Seele wiederspiegeln sollen, einfach mehr erwarten.

„My Suffering“ bietet wenigstens instrumentale Härte. Diese fehlt dem einen oder anderen Titel durchaus an einigen Stellen. „Condemned“ darf getrost übersehen werden, denn „Into You“ bietet das einzige echte Highlight der 43-minütigen Therapiesitzung. Schade. Qualität dieser Art findet man tatsächlich nur in einem von zwölf Songs. Was möglich gewesen wäre, taucht allerdings in „End Of The World“ schon wieder im Meer der Gleichgültigkeit unter. „Walking In Circles“ und „In The Darkness“ raffen sich zum Schluss schwerfällig auf dem armen Leidenden ein Ende zu setzen. Angepriesen wird „Out Of Ashes“ als ein Stück Natürlichkeit, tief aus der Seele von Chester Bennington. Im CD-Player landet tatsächlich aber ein ideenloses und reizarmes Durchschnittswerk. Bitte Herr Bennington, sollten Sie in Zukunft weiterhin ihre privaten Probleme in Form eines Nebenprojektes kompensieren wollen, lassen Sie es lieber.

Anspieltipps:

  • Fire
  • Into You

Neue Kritiken im Genre „Nu-Rock“
Diskutiere über „Dead By Sunrise“
comments powered by Disqus